Gerechtigkeit ohne Grenzen – gerade in Afrika!

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Einige afrikanische Regierungen ziehen sich derzeit vom Internationalen Straftgerichtshof [ICC] zurück, weil sie sich diskriminiert fühlen. Ein großer Fehler: Gerade Afrika braucht den ICC zur Abschreckung von Diktatoren. Kofi Anan* nimmt Stellung und ruft zur Stärkung des ICC auf:

Unlängst verkündeten die afrikanischen Staaten Burundi, Gambia und Südafrika, dass sie sich vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zurückziehen werden. Sie setzten damit vorangegangene Drohungen anderer afrikanischer Länder in die Tat um. Dadurch entstand weltweit der Eindruck, Afrika insgesamt stehe dem Gericht in Den Haag feindlich gegenüber.

Umso wichtiger ist es, zu betonen, dass die Menschen in Afrika den ICC unterstützen – insbesondere die Opfer von Kriegsverbrechen, Völkermorden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die meisten demokratischen Regierungen des Kontinents stehen ebenfalls hinter dem ICC. Ich selbst unterstütze den Gerichtshof, weil die abscheulichsten Verbrechen nicht ungestraft bleiben dürfen.

Als jener Afrikaner, der die Gründungskonferenz des Internationalen Strafgerichts 1998 in Rom eröffnete, war ich stolz, dass mein Kontinent damals der eifrigste Unterstützer des noch jungen Gerichtshofs war. Die Erinnerungen an die Schrecken des Völkermords in Ruanda waren in unseren Köpfen noch lebendig. Tatsächlich war der erste Unterzeichner des Römischen Statuts ein afrikanisches Land: Senegal. Zudem sind 34 von 124 Vertragsstaaten afrikanische Länder. Afrika bleibt damit der größte regionale Unterstützerblock des ICC.

Von Beginn an haben wir auch am meisten Gebrauch von der Einrichtung gemacht: Acht der neun Untersuchungen auf dem afrikanischen Kontinent wurden von afrikanischen Staaten beantragt. Sechs afrikanische Staaten wandten sich aufgrund ihrer eigenen Situation selbst an den ICC. Und afrikanische Länder unterstützten den UN-Sicherheitsrat bei seinem Vorgehen in Darfur und Libyen. Kenia war der einzige Fall auf dem afrikanischen Kontinent, den der Gerichtshof unabhängig von Anfragen eröffnete. Der Fall Kenia wurde aber auch leidenschaftlich von der Mehrheit der Kenianer unterstützt. Diese wollten Gerechtigkeit für die 1300 Toten und die Hunderttausenden von Menschen, die vor Gewalt im Zuge von Wahlen fliehen mussten.

Der ICC hat sich in diese afrikanischen Fälle eingemischt, weil die nationalen Behörden keine Ermittlungen zu den massiven Verbrechen aufnahmen, die verübt worden waren. Der ICC ersetzt nicht die nationale Rechtsprechung. Er greift nur dann ein, wenn das betroffene Land entweder unfähig oder nicht willens ist, eigene Staatsangehörige vor Gericht zu stellen. Afrikaner haben wie alle anderen Menschen auch Gerechtigkeit verdient, selbst wenn ihre Regierungen ihnen diese nicht immer bieten können.

Es ist inakzeptabel, dass Mitglieder des Sicherheitsrats dem Tribunal fernbleiben

Kritiker des ICC erwidern, dass es der Afrikanische Gerichtshof für Gerechtigkeit und Menschenrechte ist, der diese Rolle auf diesem Kontinent spielen sollte. Dessen Regelwerk wurde vor zwei Jahren verabschiedet, doch ist es in weiten Teilen noch nicht anerkannt. Deshalb ist und bleibt derzeit der ICC der glaubwürdigste Gerichtshof des Kontinents und die letzte Instanz, die sich mit den schlimmsten Verbrechen auf der Welt überhaupt beschäftigen kann.

Es gibt Menschen, die denken, Afrika sei der alleinige Gegenstand internationaler Gerichtsbarkeit. Diese sollten wir daran erinnern, dass internationale Kriegsverbrecher-Tribunale zum ersten Mal nach den Gräueln des Zweiten Weltkriegs einberufen wurden, in Nürnberg und in Tokio. Nach dem Ende des Kalten Krieges tagten weitere internationale oder gemischte Tribunale wegen Verbrechen in Libanon, Kambodscha und im ehemaligen Jugoslawien.

Die internationale Gerechtigkeit wird auch nicht in Afrika Halt machen. Chefanklägerin Fatou Bensouda, eine versierte afrikanische Anwältin, hat Ermittlungen in Georgien eröffnet und vorläufige Untersuchungen in Afghanistan, Kolumbien, in der Ukraine, im Irak und in Palästina eingeleitet. Letztlich müssen wir uns vor Augen führen, dass die bloße Existenz des ICC als Abschreckung für Staatschefs dienen kann, die versucht sind, mit Gewalt ihr Regime zu stützen. Wie dem auch sei, wir sollten niemals vergessen, dass Gerechtigkeit ein Wert an sich ist.

Das alles heißt nicht, dass der ICC über jeden Verdacht erhaben wäre. So ist es etwa ungeheuerlich, dass nur zwei der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates das Römische Statut unterzeichnet haben und somit auch Mitglieder des Gerichtshofs sind – das Vereinigte Königreich und Frankreich. Diese Tatsache macht den Gerichtshof anfällig für die Anschuldigung, doppelte Standards anzulegen. Es ist ganz und gar inakzeptabel, dass Staaten mit einer speziellen und historischen Verantwortung für Weltfrieden und Sicherheit die Rechtmäßigkeit des Gerichtes auf diese Weise untergraben. Diejenigen, die eine globale Führungsrolle für sich beanspruchen, sollten auch beim ICC beispielhaft vorangehen. Zudem wurde die Qualität der Ermittlungen des Strafgerichtshofs infrage gestellt, wie auch die langwierigen Verhandlungen, die er führt, sowie seine Fähigkeit, Zeugen zu beschützen.

Diese Unzulänglichkeiten müssen angegangen werden. Sie müssen aber Gründe dafür sein, den Gerichtshof bei seinen Anstrengungen, sie zu beseitigen, zu unterstützen – und nicht dafür, ihn zu verlassen. Immerhin ist der Gerichtshof eine der bedeutendsten Errungenschaften der internationalen Gemeinschaft seit dem Ende des Kalten Krieges. Wie gesagt: Afrika will diesen Gerichtshof. Afrika braucht diesen Gerichtshof. Afrika sollte weiterhin diesen Gerichtshof unterstützen. Deshalb rufe ich alle demokratischen Regierungen Afrikas dazu auf, sich in Den Haag grundsätzlich an der Seite des ICC zu positionieren – einem historischen Meilenstein auf der Reise der Menschheit zu internationaler Gerechtigkeit.

*Kofi Anan, 78, ist Gründer und Vorsitzender der Kofi-Anan-Stiftung. Von 1997 bis 2006 war er Generalsekretär der Vereinten Nationen. Übersetzung: Markus Mayr. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2016]

LSBTI in Südafrika

LSBTI in Südafrika
Von der Verfassung geschützt, im Alltag diskriminiert

Ben Khumalo-Seegelken

Vortrag
am 23. November 2016 im Afrikahaus in Berlin
im Rahmen der Veranstaltungsreihe
Crossings & Alliances
der
Hirschfeld-Eddy-Stiftung

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Die Menschen Südafrikas haben schon bei den Verhandlungen im Übergang vom Unrechtstaat der Apartheid zur rechtstaatlichen Demokratie um das Jahr 1990 Weichen gestellt und den Grund dafür gelegt, endlich und dauerhaft auf dem Fundament versöhnlicher Mitmenschlichkeit leben zu können. Buchstabe und Geist der 1996 verabschiedeten südafrikanischen Verfassung – weltweit  die erste Verfassung, die in der »Gleichheitsklausel« (Artikel 9) die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung [und der Geschlechtsidentität] ausdrücklich verbietet –   atmen  diesen Leitgedanken gegenseitigen Respekts, ubuNtu, und gleichberechtigter Vielfalt.

Dass das Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität [SOGI] in Südafrika verfassungsrechtlich verankert ist, hat bisher aber nicht verhindern können, dass lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und intersexuelle Menschen [LSBTI] nach wie vor verbalen und physischen Formen der Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt sind.

Die Ursachen und Formen solch menschenfeindlicher Einstellungen und Praktiken sind mannigfaltig und reichen bis weit in die vorkoloniale Vergangenheit zurück.

In der Zeit des Kolonialismus und der Apartheid bis 1994 sind nicht zuletzt unter aktiver Mitwirkung christlicher Missionare aus Europa und Nordamerika Einstellungen sexualisierter Gewalt propagiert und zur Norm erhoben worden, die nach wie vor die Bevölkerung des Landes über alle Gliederungen hinweg nachhaltig prägen. Diesen Prägungen und Praktiken sexualisierter Menschenfeindlichkeit, die gewöhnlich „Homophobie“ genannt werden, gilt es im Post-Apartheid-Südafrika konsequent nachzuspüren und mit Mitteln der Aufklärung und der Rechtstaatlichkeit zu entkräften und zu widerlegen, wenn der Verfassungstext auch in dieser Hinsicht Alltagswirklichkeit werden soll!

§

Mittlerweile liegen zwei Jahrzehnte hinter uns, in denen sich das Zusammenleben in einer rechtstaatlichen Demokratie hat entwickeln und bewähren können. Anspruch und Wirklichkeit stimmen jedoch immer nicht überein. Das verfassungsrechtlich verbriefte Diskriminierungsverbot wird oft missachtet und nicht selten auch von Menschen in öffentlicher Verantwortung bewusst übertreten und populistisch in Frage gestellt.

Parteipolitisches Taktieren führt  immer wieder dazu, dass allen voran die Regierenden verfassungsmäßige Positionen aufs Spiel setzen, fragwürdige Kompromisse eingehen und populistische Initiativen unterstützen, die gegen geltendes Recht verstoßen. Das jüngste Beispiel sorgt in diesen Tagen für beunruhigende Schlagzeilen:

13 lokale, regionale und überregionale LSBTI-Organisationen in Südafrika haben in einem Offenen Brief an die für Außenbeziehungen zuständige Ministerin dazu aufgerufen, dass die Delegation Südafrikas bei den Vereinten Nationen verfassungskonform verfährt, indem sie gegen die Initiative der African Group votiert. Einige Glaubensgemeinschaften und kirchliche Zusammenschlüsse haben angekündigt, sich dem Aufruf anzuschließen.

*E I N S C H U B*

Ich erhalte soeben den Hinweis, dass Südafrikas Delegation inzwischen erklärt hat, doch nun gegen die Initiative der African Group votieren zu wollen und der Berufung zuzustimmen. Dazu heißt es:

„The representative of South Africa said his position was a principled one based on his country’s constitution. The issue at hand was a sensitive one. After years of painful struggle, black and white, “straight and not straight”, South Africa had come together to bury discrimination once and for all. South Africa would fight discrimination everywhere, every time. On the matter at hand, he disagreed with most others on the African continent, noting that South Africa was still healing wounds caused by discrimination and would not add fresh ones. South Africa would vote based on its constitutional imperative.” [>> UN-Meeting Coverage and Press Releases, GH/SCH/4191, 21 November 2016, emphasis B.K-S.].

Der Offene Brief der LSBTI-Organisationen wird bestimmt entscheidend dazu beigetragen haben, dass die Delegation dann doch verfassungskonform abgestimmt hat!

§

Angesichts solcher Entwicklungen müssen wir fragen:

°Was tun Einzelne und ihre Interessengemeinschaften, was die Zivilgesellschaft und politische Parteien, um solcher Aushöhlung von Verfassungsbestimmungen entgegenzuwirken? °Was können wir hier für die Stärkung der Gegenbewegung – für die Stärkung der LSBTI-Menschen und deren Interessengemeinschaften – bewirken? °Welche Rolle spielen  Glaubensgemeinschaften und Kirchen dabei? °Welche Impulse und Modelle des Widerstandes lassen sich erkennen?

§

Einzelne und ihre Interessengemeinschaften

Der Alltag will von allen im Lande aktiv mitgestaltet werden. Die Zivilgesellschaft, der Staat, die Regierung, die politischen Parteien und Gewerkschaften, die Medien, Interessenverbände und Nichtregierungsorganisationen, Glaubensgemeinschaften und Kirchen stellen einen  Teil des Geflechts dar, in dem täglich darum gerungen wird, gleichberechtigt und friedlich miteinander zu leben.

LSBTI-Menschen kommen lokal, regional und landesweit zusammen und setzen sich gezielt dafür ein, dass  auch, was in erster Linie sie persönlich angeht, geltendes Recht umgesetzt und eingehalten wird:

  • Verbale und physische Angriffe nehmen sie nicht tatenlos hin, sondern decken sie auf. Sie erstatten Anzeige und bleiben wachsam gegenüber eventueller Strafvereitelung und Rechtsbeugung.
  • Offensiv treten sie individuell oder kollektiv in der Öffentlichkeit auf, demonstrieren, um respektiert und gleichberechtigt behandelt zu werden.
  • Politisch treten sie dafür ein und tragen aktiv dazu bei, dass sie in jeder Hinsicht selbstverständlich zur südafrikanischen Gesellschaft gehören und darum nicht tatenlos hinnehmen, zu einer an den Rand gedrängten sogenannten `Minderheit´ herabgestuft zu werden, die  `toleriert´ werden müsste! Auch etwaige subtile Formen der für überwunden geglaubten Apartheid werden aufgespürt und angegangen. Das Strafgesetz wurde beispielsweise auf Initiative einer Lesbenorganisation aus Kapstadt inzwischen dahingehend überarbeitet und verschärft, dass das Strafmaß in Fällen, bei denen Menschen aufgrund ihrer LSBTI-Identität geschädigt wurden, höher ausfällt. Auch dadurch wird dem in der Verfassung verbrieften Verbot der Diskriminierung Rechnung getragen.

Um solche und ähnliche Fragen müssen LSBTI-Menschen in Südafrika nach wie vor besorgt sein, denn an vielen Stellen wird versucht, errungenes Recht in Frage zu stellen und auszuhöhlen. Zum Glück sind Missachtung von Menschenrechten, Hassverbrechen und sexualisierte Gewalt noch nicht wieder straffrei geworden, was zwischenzeitig ernsthaft zu befürchten war.

§

Gewalt ist im Alltag Südafrikas zum Dauerphänomen geworden; sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Kinder insbesondere:

Südafrikanische Frauenrechtsorganisationen schätzen, dass nur jede neunte Vergewaltigung angezeigt wird, da Vergewaltigte weder genügend Vertrauen in die Strafverfolgung besitzen noch durch sexistische Polizisten oder Richter gedemütigt werden wollen. Dabei beschränkt sich sexualisierte Gewalt keineswegs nur auf Gewalt gegen heterosexuelle Frauen und Mädchen, sondern umfasst auch die Gewalt, die an Menschen aufgrund ihrer wahrgenommenen oder vermuteten sexuellen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität als LSBTI-Menschen verübt wird. International erhielten die sogenannten »korrektiven Vergewaltigungen« große Aufmerksamkeit, bei denen Männer gezielt lesbische Frauen vergewaltigen, um sie von ihrer Homosexualität zu »heilen« und die heteronormative Ordnung wiederherzustellen. Aktivistinnen/Aktivisten erschüttert immer wieder auch die Ermordung von LSBTI-Menschen.

Eine Einstellung, die bei Handlungen und Übergriffe sexualisierter Gewalt neben dem nach wie vor allgegenwärtigen Patriarchat und der Gerontokratie bestimmend ist, darf nicht unerwähnt bleiben: Heteronormativität – die forcierte Vorrangstellung männlicher und/oder weiblicher Geschlechtsidentität und Heterosexualität unter gleichzeitiger Verleugnung und Unterdrückung anderer Geschlechtsidentitäten einschließlich Transgender und Intersexualität.

Mit Heteronormativität sehen sich auch trans- und intergeschlechtliche Menschen in Südafrika konfrontiert:

  • Das Gesetz, das die Personenstandsänderung bei trans- und intergeschlechtliche Menschen regelt, der Alteration of Sex Description and Sex Status Act, ist seit dem 15. März 2004 in Kraft. LSBTI-Menschen und ihre Interessengemeinschaften kritisieren das Gesetz im Hinblick darauf, dass es transgeschlechtliche Menschen zu einer operativen Geschlechtsumwandlung zwingt, wenn diese rechtlich ihr Geschlecht ändern wollten. Dabei sei der Zwang zu Operationen für transgeschlechtliche Menschen problematisch. Hingegen sind für eine Personenstandsänderung von intergeschlechtlichen Menschen gesetzlich keine operativen Eingriffe vorgeschrieben. Dennoch empfinden Eltern – dem weltweiten Trend entsprechend – auch in Südafrika einen hohen Druck, ihre Kinder möglichst früh operieren zu lassen. LSBTI-Menschen und ihre Interessengemeinschaften prangern zudem seit langem an, dass das Personal im südafrikanischen Innenministerium die Personenstandsänderung häufig nicht vornimmt, solange der Person durch eine Operation nicht das biologische Geschlecht einer Frau oder eines Mannes zugewiesen ist.

Sexualisierte Gewalt im Alltag ist ein Dauerphänomen. Vor allem schwarze lesbische Frauen und transgeschlechtliche Menschen sind ständig davon bedroht. Lebt beispielsweise eine Frau schwarzer Hautfarbe in einem von Armut und Bandengewalt geprägten Township offen lesbisch und durchbricht zudem durch ein männliches Erscheinungsbild und Rollenverhalten die heteronormativen Rollenerwartungen, erhöht sich ihre Gefährdung. LSBTI-Menschen und ihre Interessengemeinschaften berichten, dass auch feminin wirkende schwule Männer oder intergeschlechtliche Menschen besonders gefährdet sind.

LSBTI-Menschen und Frauen schwarzer Hautfarbe bleiben nicht zuletzt infolge heteronormativer und patriarchal-gerontokratischer Verfahrensweisen oft außen vor und gehen leer aus, wenn öffentliche Maßnahmen umgesetzt werden, die beispielsweise infolge erlittenen Unrechts unter dem Apartheidregime Wiedergutmachung, Entschädigung und Ausgleich bewirken sollen. Sie sind `da und doch nicht da!´

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Zivilgesellschaft und politische Parteien

LSBTI-Menschen wirken in der Zivilgesellschaft und in politischen Parteien aktiv mit und sorgen dafür, dass geltendes Recht ungeschmälert umgesetzt und gewahrt wird. In der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Freizeitgestaltung, in der öffentlichen Meinungsbildung, in Interessengemeinschaften und politischen Parteien wirken LSBTI-Menschen aktiv mit.

Versuchen der Bevormundung und der Instrumentalisierung der LSBTI-Menschen durch Individuen und Interessenverbände, die aus Gründen eigener Profilierung oder wegen Einfluss und Positionen vorgeben, die Interessen von LSBTI-Menschen zu vertreten, treten LSBTI-Menschen  entgegen und setzen ihnen eigenes Engagement und Initiativen entgegen.

Lehrer, Gewerkschafter, Parteipolitiker und Staatsmänner, die auf Zustimmung, Anerkennung und Beliebtheit schielen und dabei LSBTI-Menschen verunglimpfen und gegeneinander ausspielen, erfahren Widerstand.

§

Glaubensgemeinschaften und Kirchen

Welche Rolle spielen  Glaubensgemeinschaften und Kirchen im Eintreten für die Belange der Gleichheitsklausel gegen Diskriminierung von LSBTI-Menschen?

Aus Erfahrung als schwuler Christ weiß ich, dass christlich sozialisierte LSBTI-Menschen in Südafrika im Alltag und in Leitungsgremien ihrer Kirchen eher geduldet als willkommen sind.

Als die Theologin Mpho Tutu, Priesterin der Anglikanischen Kirche in Kapstadt, Tochter des emeritierten Erzbischofs der Anglikanischen Kirche in Südafrika, des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu, im Mai 2016 bekanntgab, dass sie ihre Freundin und Lebensgefährtin Marcelin van Furth geheiratet hat, hat sie von ihren Kolleginnen und Kollegen aus christlichen Glaubensgemeinschaften und Kirchen einschließlich ihrer eigenen Anglikanischen Kirche in Kapstadt nicht nur Glückwünsche erhalten, sondern auch Missbilligung und Zurückweisung erfahren.

Selbst die leidige Diskussion, die hierzulande in Leitungsgremien einiger Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche Deutschland [EKD] seit dem Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes 2001 darüber geführt wird, ob und unter welchen Bedingungen Kirchengemeinden einem lesbischen oder schwulen Paar eine gottesdienstliche Feier, die sogenannte „Partnerschaftssegnung“, der sogenannten „kirchlichen Trauung“ ähnlich, nicht mehr untersagen sollten, wird von vielen Glaubensgemeinschaften und Kirchen in Südafrika schon für eine Zumutung gehalten. Sie selber treten nicht und wenn, dann, eher halbherzig, für die Gleichberechtigung im Sinne der „Gleichheitsklausel“ (Artikel 9) der Verfassung ihres Landes ein. Bisweilen rufen Stimmen aus den Reihen christlicher Kirchen sogar dazu auf, die Verfassung und die Gesetze dahingehend zu revidieren, dass LSBTI-Menschen wieder kriminalisiert, ausgegrenzt und entrechtet werden.

LSBTI-Menschen in Südafrika sind also im Alltag und in Leitungsgremien der diversen Glaubensgemeinschaften und Kirchen eher `toleriert´ als willkommen.

§

Fragen und Perspektiven – Impulse und Modelle

Netzwerke, in denen LSBTI-Menschen leben und wirken, tauschen sich mit anderen Netzwerken im afrikanischen und globalen Beziehungsgeflecht aus, begleiten und gestalten somit grenzüberschreitend auch gesellschaftliche Sensibilisierungsprozesse und völkerrechtliche Entwicklungen aktiv mit.

Das Projekt „Masakhane“ möchte ich an erster Stelle als Beispiel erwähnen, in dem Frauen, LSBTI-Menschen, über den je eigenen unmittelbaren Lebensalltag hinaus, Belange der Vielfalt auf den Grund gehen, Verbündete finden und grenzüberschreitend Akzente setzen:

Im Masakhane-Projekt arbeiten acht Mitgliedsorganisationen des Zusammenschlusses Coalition of African Lesbians [CAL] in Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe zusammen. Sie setzen sich gemeinsam für Veränderungen in der Gesellschaft und die universelle Einhaltung der Menschenrechte ein, unabhängig von der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. CAL ist zudem überzeugt, dass man nur für die Rechte von LSBTI-Menschen sowie für Frauenrechte kämpfen kann, wenn man sich „auch für sexuelle und reproduktive Rechte“ einsetzt.

§

Zum Schluss bekräftige ich:

Nach wie vor gilt: „Apartheid ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ – die Apartheid gegen LSBTI-Menschen nicht minder! Die Verfassung Südafrikas ist da unmissverständlich klar und setzt Maßstäbe. Theologinnen und Theologen, Glaubensgemeinschaften und Kirchen, Christinnen und Christen, können daraus lernen:

Die Vielfalt, wie wir sie in unserer Welt vorfinden, ist die Grundlage des Lebens, das allen zum Wohle geraten kann. Die Vielfalt besteht  aus Bestandteilen, die je eigen und besonders sind, wie Farben auf dem Regenbogen.

Gott schenkt der Welt den Regenbogen als Einladung und als Grundgesetz aller Grundgesetze. Die Menschheit kann und soll lernen, die Vielfalt auch der sexuellen Orientierungen und der Geschlechtsidentitäten aus Gottes Hand als Einladung und Auftrag anzunehmen. Eine Regenbogengemeinschaft kann  aus allen werden – eine Gemeinschaft der Verschiedenen. Die Gleichheitsklausel in der südafrikanischen Verfassung kann und soll uns alle dazu ermutigen, Vielfalt anzunehmen und aktiv mitzugestalten – mit LSBTI-Menschen in aller Welt zusammen!

Ich danke!

Ben Khumalo-Seegelken.

Die Angst vor der Effizienz

Viele Staaten ziehen sich vom Internationalen Gerichtshof zurück, weil sie ihn fürchten. Deren Begründung, der ICC sei voreingenommen, ist – so Christian Bommarius* – schlicht falsch:

Im wichtigsten Prozess der Neuzeit, im NS-Hauptkriegsverbrecherprozess (1945/46) gegen Hermann Göring, Rudolf Heß und andere, hat der US-amerikanische Chefankläger Robert H. Jackson eine der ältesten Fragen der Menschheit so formuliert: „Die Zivilisation fragt, ob das Recht so zaudernd und träge sei, dass es gegenüber so schweren Verbrechen, begangen von Verbrechern von so hohem Rang, völlig hilflos ist.“ Die Antwort, die die Staatenwelt darauf Jahrzehnte später gegeben hat, war die Errichtung des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) mit Sitz in Den Haag, vor dem sich seit dem Jahr 2002 Präsidenten und Militärs für Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verbrechen der Aggression verantworten müssen. 120 Staaten haben seinerzeit der Errichtung des Gerichts zugestimmt.

Unabhängigkeit ist seine Stärke

Anders als die früheren internationalen Strafgerichtshöfe zu Jugoslawien und Ruanda, die vom UN-Sicherheitsrat ins Leben gerufen worden waren, ist der ICC unabhängig. Das ist seine Stärke. Aus dieser Stärke resultiert auf den ersten Blick auch seine Schwäche: Nicht nur Iran, Israel und die meisten arabischen Staaten wehren sich bis heute dagegen, ihre Staatsangehörigen der Jurisdiktion in Den Haag zu überantworten, sondern auch China und die USA. Und soeben hat nun nach Südafrika, Burundi und Gambia auch Russland seinen Rückzug vom ICC verkündet.

Sie alle werfen dem Gericht Voreingenommenheit vor. Aber es ist gerade die unbestreitbare Unabhängigkeit des Gerichts, die die Potentaten dieser Staaten fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Im Völkerstrafrecht ist es nicht anders als im normalen Strafrecht auch: Die Verbrecher versuchen, sich der Strafverfolgung um jeden Preis zu entziehen. Der Vorwurf der Befangenheit des Richters ergibt sich für sie im einen wie im anderen Fall von selbst: Wäre der Richter unbefangen, hätte er die Anklage nicht zugelassen.

Die afrikanischen Staaten können ihren Vorwurf vermeintlich damit begründen, dass der Internationale Gerichtshof bisher Ermittlungen in neun Staaten eingeleitet hat, davon in acht afrikanischen. Jeder informierte Zeitgenosse weiß, dass viele der fürchterlichsten Menschenrechtsverletzungen seit Jahren in Afrika begangen werden (Kongo, Darfur, Uganda), die Konzentration der Ermittlungen also nicht Ausdruck rassistischer Voreingenommenheit ist, sondern Manifestation der verheerenden politischen Lage.

„An diesem Vorwurf der angeblichen Voreingenommenheit gegenüber Afrika stört mich am meisten, wie schnell wir den Worten und der Propaganda von ein paar wenigen mächtigen Individuen Aufmerksamkeit schenken, während Millionen anonymer Menschen, die unter ihren Verbrechen leiden, vergessen werden.“

Das hat kein weißer Richter mit rassistischer Gesinnung gesagt, sondern die Chefanklägerin des ICC, Fatou Bensouda, vormals Justizministerin in Gambia, dessen Diktator das Land im vergangenen Jahr zum islamischen Staat erklärt und schwerste Menschenrechtsverletzungen – Folter, außergerichtliche Hinrichtungen – zur Regierungspraxis gemacht hat und sich nunmehr der Rechtsprechung Den Haags entziehen will.

Manifestation der verheerenden politischen Lage

Allein schon die Besetzung des Gerichts verweist den Vorwurf westlicher Dominanz ins Reich der Fabeln. Außer der Chefanklägerin Bensouda aus Gambia stehen dem Gericht drei insoweit unverdächtige Frauen vor – die Präsidentin kommt aus Argentinien, die beiden Vizepräsidentinnen stammen aus Kenia und Japan. Der Vorwurf der Voreingenommenheit ist aber auch deshalb substanzlos, weil das Gericht die bisher verhandelten Fälle nicht etwa von sich aus an sich gezogen hat, vielmehr wurden sie ihm von afrikanischen Mitgliedsstaaten vorgelegt.

Auch die Begründung, mit der Russland seinen Rückzug zu erklären versucht, ist Propaganda. Der Internationale Gerichtshof, heißt es, sei erstens ineffektiv und zweitens ein Büttel des Westens. Was den ersten Vorwurf betrifft, so ist er nicht ganz falsch, aber die Vermutung liegt nahe, dass gerade die in den vergangenen Jahren eben doch gesteigerte Effektivität des Gerichts Wladimir Putin zum Rückzug motiviert. Er kündigte ihn wenige Tage nach der Mitteilung der ICC-Chefanklägerin an, die russische Besetzung der Halbinsel Krim und die Kämpfe in der Ostukraine seit 2014 deuteten auf einen bewaffneten internationalen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hin, den Russland gegen alle Evidenz bestreitet.

Nicht die fehlende Effizienz des ICC verursacht den Exodus der Mitgliedsstaaten, sondern im Gegenteil die Angst der Staatsverbrecher vor seiner Effizienz. Das haben leider die USA schneller als die meisten anderen Staaten begriffen. Der Assistent des Nürnberger Chefanklägers, Telford Taylor, hat Jahrzehnte später resigniert beteuert: „Wir haben es irgendwie nicht geschafft, die Lektionen zu lernen, die wir in Nürnberg lehren wollten, und genau dieses Versagen ist die Tragödie des heutigen Amerika.“ So ist es bis heute.

*Christian Bommarius, Leitartikel, Frankfurter Rundschau 22.11.2016.

>> Gastkommentar: Kofi Anan, 25.11.2016.

OPEN LETTER: „UPHOLD CONSTITUTIONAL COMMITMENTS!“

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Johannesburg, 16 November 2016

Dear Minister of International Relations and Co-operation Maite Nkoana-Mashabane and Justice Minister Michael Masutha, ambassador Nozipho Mxakato-Diseko and members of the parliamentary portfolio-committee on international relations and co-operation,

This letter is a call to uphold constitutional commitments and to vote against the resolution to suspend the work of United Nations expert on sexual orientation and gender identity.

We are deeply disappointed and confused by the department of international relations and co-operation’s apparent support for a resolution and accompanying African Group statement, calling for the suspension of the UN Human Rights Council’s appointment of the independent expert on sexual orientation and gender identity.

This statement was lodged by Botswana at the third committee of the UN general assembly, on behalf of the African Group, of which South Africa is a member, on November 4 2016. This statement called for “the suspension of the activities of the appointed independent expert pending the determination of this issue”.

In addition, the statement stated that sexual orientation and gender identity “are not and should not be linked to existing international human rights instruments”.

We strongly disagree with this position, given South Africa’s constitutional and international law obligations, and commitment to equality and nondiscrimination on the basis of any status.

In 2011 South Africa introduced a sexual orientation and gender identity resolution, which received wide support with 23 votes in favour. In March 2016 the international relations and co-operation department signed the Ekurhuleni Declaration, on practical measures to combat violence against LGBTIQ+ (lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex, and questioning) people on the African continent. Then, in July 2016, the South African delegation abstained from a vote to appoint the special rapporteur on sexual orientation and gender identity, at the 32nd session of the UN Human Rights Council.

Civil society made its strong disapproval known and demanded an explanation.

The African Group statement clearly states that sexual orientation and gender identity are “non-internationally agreed notions” that are entirely unlinked to international human rights instruments. This statement is presented as the consensus position of the Africa Group, and South Africa has failed to disassociate itself from it. These events appear to indicate that South Africa is steadily moving away from progressive human rights norms.

The notion that the mandate of the independent expert would compromise the right to development and anti-racism is incorrect, given that the UN Human Rights Council’s sexual orientation and gender identity mandate is inherently intersectional and undertakes to strengthen the mechanisms addressing issues of importance, including fighting racism, racial discrimination, xenophobia and related intolerance in all their forms.

As is the case with all special rapporteurs, the independent expert is not mandated to interfere with national jurisdiction, but instead to engage states in dialogue and support the implementation of existing international human rights instruments.

The international community has voiced strong condemnation of South Africa’s position, as stated in the African Group statement.

We, the South African organisations championing the rights of the LGBTIQ+ community, and members of that community, hereby add our voices to this condemnation.

We urge the South African delegation to vote against the upcoming resolution tabled by the African Group. Failure to do so will severely damage the LGBTIQ+ sector’s confidence in our government’s stated commitment to protecting and championing sexual orientation and gender identity rights, and will compromise South Africa’s reputation as an African leader in this regard.

It will also fundamentally undermine South Africa’s commitment to the institutional integrity of the UN Human Rights Council, a body to which South Africa just sought re-election.

Yours faithfully,

Access Chapter 2, Centre for Applied Legal Studies, Gay & Lesbian Network in Pietermaritzburg, Gay and Lesbian Memory in Action, Gender Dynamix, Gender, Health and Justice Research Unit at the University of Cape Town, Iranti-org, Lawyers for Human Rights, Sex Worker Education and Advocacy Taskforce, Sonke Gender Justice, Southern Africa Litigation Centre, Treatment Action Campaign in the Western Cape, Triangle Project and Women’s Legal Centre.

>> Mail&Guardian_16.11.2016

LSBTI in Südafrika

LSBTI in Südafrika. Von der Verfassung geschützt, im Alltag diskriminiert.
Vortrag und Diskussion am 23. November 2016, mit Dr. Ben Khumalo-Seegelken

rsa_lsbti_Südafrika hat eine der besten Verfassungen der Welt. Sie schützt ausdrücklich vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität.

Dennoch bestimmt die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis im Kampf gegen Menschenfeindlichkeit den Alltag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI).

°Was tun Einzelne und ihre Interessengemeinschaften, was die Zivilgesellschaft und politische Parteien, um dem entgegenzuwirken? °Was können wir hier für die Stärkung der Bewegung tun? °Welche Rolle spielen Religionsgemeinschaften und Kirchen dabei? °Welche Impulse und Modelle lassen sich erkennen?

Es moderiert Tsepo Bollwinkel.

Das Afrikahaus und die Hirschfeld-Eddy-Stiftung laden herzlich ein zum Vortrag mit anschließender Diskussion.

Wann: Mittwoch, den 23. November 2016, 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

uLwazi ngezokuBuyisana

ukuBuyisana

UkuBuyisana yiNqubo neMfundiso
ephathelene neZaba

  • °zokuBhobokelana nokuHlambulukelana,
    °zokuPhelekezelana nokweThethelelana

kuxatshenwe

nangemuva kweziNgxabano noDweshu neziNxushunxushu neziMpi eMphakathini;
– okuyiZaba zabaPhilayo bexhumene nabaPhansi besingethwé nguMdali, uMvelingqangi.

AbaPhilayo bavulelana izifuba, bathethisane, basolane, bayalane, banxephezelelane, baxolelane
bethembé ukuthi nabaphansi bahambisana nabo, bayabeseka, kukho konke lokho,
osekuyothi amashwa nezijeziso ebezingadalwa ngamagqubu nezinsongelo ebeziyobe zingaxazululiwe,
kunqandeke, kudambe, kupheze.

Abadala uma bechaza ngeNqubo nangeMfundiso yokuBuyisana bathi
kufana nokusukuma, ucathule, uyohlangabezana nomunye
naye obesesukumile, wacathula ezohlangabezana nawe,
bese niphelekezelana, nibuyela ekhaya
noma-ke niphelekezelane, niqhube indlela eya phambili.

Muva nje-ke ngokuhambisana neNqubo yeNkolo yobuKhristu
ikakhulukazi ngokweMfundiso ngokukaMphostoli uPhawulu
eNcwadini ayilobela iBandla laseRoma,
uyatholakala uMqondo neNhloso yeNqubo ngokuBuyisana
lapho ephatha khona lezi zihloko:

°ukuPhepha/ukuSinda/ukuHlengeka [Rom 1,16] (ngesiLathini: salus ; ngesiGrikhi: sohtheria);
°ukoPhulwa [Rom 3,24] (ngesiLathini: redemptio ; ngesiGrikhi: apholuthrohsis);
°ukuVunwa (yiCala) [Rom 3.26] (ngesiLathini: iustificatio ; ngesiGrikhi: dikhay’uthay).

NoMqulu weziNcwadi zoKholo ogxilé kwezeNkolo yobuJuda
iThestamente elidala – 
uqukethe imiZekeliso neziNgxoxo eziningi
eziphathelene neZaba zababephila emaNdulo,
bebambisene, behloniphana, bazisana
ngisho naseziNgxabanweni naseziNxushunxushwini
okwakuyaye kufanele bachushisane kuzo,
babuyelane, baphelekezelane, baqhube iNdlela eya phamili.

KwezeMfundo ephakeme kozoLwazi ngeMfundo [Master of Education, M.Ed.] eNyuvesi yaseOldenburg eJalimane nonyaka [2016] sibonisana nengibafundisayo ngoLwazi nangeNqubo kanye nangeMfundiso yokuBuyisana esikuthola empilweni nasemlandweni womphakathi waseNingizimu-Afrika kusukela ezikhathini ezandulela umzabalazo wenkululeko [1652-1994].

Sifisa ukuxhumana nokwethekelelana nabaFundi eNingizimu-Afrika abakhuthalele ukufunda nokuzithuthukisa kwezeNqubo neMfundiso ngokuBuyisana.

NguDkt. uBheni wakwaKhumalo eBaQulusini
eKwaMachanca eJalimane
01.05.2016

isiZulu/Deutsch: REFORMATION | UCANDULO 2017

Reinhard Bingener*:

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UMkhosi wokuCandulwa kabusha kweMfundiso neNqubo kwezeNkolo yobuKhristu [uCandulo | iReformation] ngonyaka wezinkulungwane ezimbili neshumi nesikhombisa [2017] ngumcimbi ozobe ubaluleké kakhulu kezokuthuthukiswa kokwaziswa kwamasiko eminyakeni ezayo. Akukho nokuncane kwezomphakathi emhlabeni-jikelele okungazange kuguquke, kucandulwe kabusha, ekuthintaneni noMartin Luther kanye noCandulo [iReformation].

Das Reformationsjubiläum 2017 gilt als eines der kulturpolitisch bedeutsamsten Ereignisse der kommenden Jahre. Kaum einen Bereich der Kultur gibt es, in dem Martin Luther und die Reformation nicht nachhaltige Veränderungen angestoßen hätten.

Kushaywa phansi, kushaywa phezulu kwelaseJalimane, kulungiselelwa lo mcimbi: Izingilikidlela zemali zikhishelwa ukuvuselela nokuhlobisa izindawo namashashalazi athintene noLuther; umcimbi wonyaka wamakhulu amahlanu [500] awuzobanamkhawulo. Unyaka wezinkulungwane ezimbili neshumi nesikhombisa [2017] uzoba yisiphetho-nje somcimbi obekade ugujwa minyaka-yonke le eyishumi edlule. Abagqugqumezeli balo mcimbi – abeSonto nezeMfundo nezePolitiki – bawandulelisé ngemicimbi eyisishiyagalolunye [9] lo mcimbikazi ebezinezihloko ezehlukene ukuze umbiko nemiphumela yoCandulo yethuleke ngokuzwakalayo.

Entsprechend aufwändig wird das Jubiläum in Deutschland begangen: Nicht nur, dass die Lutherstätten für Dutzende Millionen Euro saniert werden, die 500-Jahr-Feier wurde auch zeitlich entgrenzt. Das Jahr 2017 bildet so nur den Endpunkt einer ganzen Reformationsdekade. Dem eigentlichen Jubiläumsjahr haben die Organisatoren aus Kirche, Wissenschaft und Politik neun Themenjahre vorgeschaltet, in denen den vielfältigen Wirkungen der Reformation nachgespürt werden sollte.

Unyaka wokugcina kulolu hlu lwemicimbi eyishumi usuqalile. Unikwé isihloko esithi „UCandulo noMhlaba ubumbene“. EJalimane, „eKhayakonina loCandulo“, nonyaka [wezinkulungwane ezimbili neshumi nesithupha (2016)] kuzonywa ukukhunjuzwana ngokuthi eminyakeni engamakhulu amahlanu [500] edlule, uCandulo luphenduké lwaba „nguMntwana neSakhamuzi soMhlaba-jikelele“. Ngalesi sihloko sokugcina ohlelweni lwemicimbi kuzanywa ukucacisa ukuthi uCandulo alugcinanga-nje kwabo, kodwa lwedlulela nakwabezinye izizwe kanye nakwazinye izinqubo ngokokholo.

Nun hat das letzte Themenjahr der Reformationsdekade begonnen. Es steht unter dem Titel „Die Reformation und die Eine Welt“. In Deutschland als dem „Mutterland der Reformation“ soll 2016 der Blick dafür geweitet werden, dass die Reformation in den vergangenen 500 Jahren zur „Weltbürgerin“ geworden sei. Mit diesem letzten Themenjahr soll der Anspruch eingelöst werden, die Reformation nicht mehr in nationaler Engführung und mit konfessionellen Scheuklappen zu betrachten.

UHlelo „uLuther 2017“ kuhloswé ukuthi lwehluke impela-nje ezinhlweleni zeziwombe ezedlule – isiwombe sangowe-1817 nesangowe-1917 – ezazinokuqhakamisa ukuzikhukhumeza okunokugciwaza nenzondo kwabezizwe [Nationalismus]. Onyakeni wamakhulu amahlanu [500] lwaqala uCandulo ngokukaLuther, uMbuso waseJalimane kanye neBandla labakholwa ngenqubo elandela uCandulo [kwelaseJalimane] bafisa ukuqhuba ngendlela eyehlukile: ngomusa, ngobudlelwano nangobanjiswano.

Das Projekt „Luther 2017“ soll ein Gegenentwurf zu dem teils galligen Nationalismus sein, der bei den Jubiläen 1817 oder 1917 noch den Ton angab. 500 Jahre nach Anbruch der Reformation nach Luther wollen sich Staat und evangelische Kirche in einem anderen Licht präsentieren: offen, international, ökumenisch.

Uma umuntu ebhekisisa, uyabona ukuthi isihloko esithi „UCandulo noMhlaba ubumbene“ sinxa-mbili, siqukethe izihloko ezimbili sisinye. Esokuqala ngesithi kwenzeka kanjani ukuthi umntukazana-nje wasemaphandleni kwelaseJalimane owayeyikholwa aphembe intshisekelo eyaqhubeka ngokushesha kulo lonke elaseYurophu ngalezo zikhathi, esifinyelele yaba sekhaya emagumbini onke omhlaba namuhla. Emva kokuba ekuCwaningweni nasekuLotshweni koMlando wezeNkolo kwakuqhutshwa ngendlela elandela imingcele nemigomo yobuzwe, osolwazi kwezeNkolo kanye nabaCwaningi kwezoMlando namuhla bathatha unyawo olusha, baluthathe udaba belususa ekutheni „iKhayakonina loCandulo“, beluqondisé ekutheni „uCandulo – uMntwana neSakhamuzi soMhlaba-jikelele“.

Sieht man etwas genauer hin, wird allerdings deutlich, dass sich hinter dem Titel „Reformation und die Eine Welt“ gleich zwei Aspekte verbergen, aus denen man gut und gerne zwei Themenjahre hätte machen können. Der eine ist die Frage, wie ein unbedeutender Mönch aus der deutschen Provinz eine Bewegung in Gang setzen konnte, die sich mit rasender Geschwindigkeit über das damalige Europa verbreitete und mittlerweile auf allen Kontinenten beheimatet ist. Nachdem sich insbesondere die Kirchengeschichtsschreibung lange vorwiegend in nationalen Bahnen bewegt hat, stellen sich Theologen wie Historiker vermehrt dieser Herausforderung und schlagen den Bogen vom „Mutterland der Reformation“ zur „Reformation als Weltbürgerin“.

Ekuqanjweni kwesihloko sanonyaka [2016] bekubanjiswene nethimba elaziwayo. Lokho kubonakala ngokusetshenziswa kwenkulumo ethi „uMhlaba ubumbene“ [`Eine Welt´|`One World´] – okuwumqondo ovela obanjiswaneni lwabakhuthalele ukubonelelana kwezentuthuko emhlabeni-jikelele. Ikakhulukazi yizinhlangano zamasonto zoBanjiswano ngokuBonelelana kwezeNtuthuko eMhlabeni-jikelele ezithi ngokusebenzisa inkulumo ethi „uMhlaba obumbene“, zizame ukupheza lo mkhuba ojwayelekile wokukhuluma ngomhlaba kuthiwe „uMhlaba wokuQala“ [`Erste Welt´|`First World´], „uMhlaba wesiBili“ [`Zweite Welt´|`Second World´], „uMhlaba wesiThathu“ [`Dritte Welt´|`Third World´]. Ngalokho bazama ukugqugqumezela ukuthi amaZwe aseNtshonalanga [`West´] awuyeke lo mkhuba wobona umhlaba ufana nohlelo lwempucuko nenhlalakahle oluholwa yibo esicongweni; okuphathelene nathi sonke kufanele kudingidwe, kuxazululwe kubanjiswene. KwabeNkolo elandela uCandulo kwelaseJalimane akusiyo indaba encane leyo. Imihlangano nezinkonzo okudingidwa kuzo eziphathelene nezeMvelo nezeSimo seZulu kanye nezokuKhiqizwa nokwaBiwa kokuDla eMhlabeni-jikelele, igcwalisa amahholo namashashalazi amakhulu kuNgqugquthela wamaKholwa [`Kirchentag´] mihla le; nasemabandleni amaningi kunetafula othengiselwa kulo ikhofi nokuningi okuvela emazweni aseAfrika nakwamanye amagumbi omhlaba, kuthengiswa ngamanani abonelela abalimi nabasebenzi ezivela kubo lezo zimpahla – „Eine-Welt-Stand“ [`isiTolo soMhlaba umuNye´] .

Bei der Konzeption des Themenjahres 2016 hatte freilich noch eine andere Gruppe ein Wörtchen mitzureden. Darauf deutet schon der Begriff der „Einen Welt“, der aus dem Bereich der Entwicklungspolitik stammt. Vor allem kirchliche Entwicklungshilfe-Organisationen sind es, die mit der These von der „Einen Welt“ die gängige Klassifizierung „Erste Welt“, „Zweite Welt“ und „Dritte Welt“ unterlaufen. Sie wollen damit deutlich machen, dass der Westen darauf verzichten soll, eine zivilisatorische Hierarchie mit sich selbst an der Spitze zu entwerfen. Stattdessen soll er die globalen Probleme partnerschaftlich angehen. Im deutschen Protestantismus ist das kein Randthema. Fragen der Klimagerechtigkeit und der Welternährung füllen auf den Kirchentagen ganze Messehallen und in vielen Gemeinden wird regelmäßig fair gehandelter Kaffee am „Eine-Welt-Stand“ verkauft.

Lolu Banjiswano lwandé ikakhulukazi eziNhlanganweni zezeNtumo [`Mission Societies´] kanye naseNhlanganweni yeSonto yezokuNakekelana nezeNtuthuko [= Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung] okwathi ngowezinkulungwane ezimbili neshumi nambili [2012] zaxhunywa yiNhlangano u-„Brot für die Welt“ [`IsiNkwa sikaWonkewonke´] kanye neNhlangano i-„Evangelischer Entwicklungsdienst“ [`iNhlangano yeSonto kwezeNtuthuko´]. Ubanjiswano emkhankasweni oholwa umqondo othi „uMhlaba umunye“ lungamandla abonakalayo kwezamasonto; lwalungeke lwashiywa ngaphandle ekulungiseleleni lolu hlelo lweminyaka eyishumi ngoMkhosi woCandulo. Kungakho-ke izingqinamba zanamuhla kwezendlala nezokuhlupheka emhlabeni zicutshungulwa kubhekenwe nombuzo wezomlando ngakho konke okuthintana nokwavezwa uCandulo emhlabeni-jikelele.

Institutionell ist diese Bewegung vor allem in den zahlreichen Missionswerken sowie im „Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung“ verankert, zu dem sich 2012 „Brot für die Welt“ und der „Evangelischen Entwicklungsdienst“ zusammengeschlossen haben. Innerkirchlich ist die Eine-Welt-Bewegung damit ein Machtfaktor, den man bei den Planungen für die Reformationsdekade nicht außen vor lassen konnte. So ist auch zu erklären, dass man aktuelle Fragen der Entwicklungspolitik mit der historischen Frage, welche Folgen die Reformation weltweit hatte, zum Themenjahr „Reformation und die Eine Welt“ verschmolzen hat.

Kuyadabukisa nokho ukuthi alikatholakali isu lokuhlanganisa le mibono eyahlukene – okuwubucayi obutholakala ezingxenyeni ezimbalwa kulolu hlelo lweminyaka eyishumi loMkhosi woCandulo. Okuvimbela ukuxhumaniseka komlando wokwanda kweBandla labakholwa ngokwenqubo yoCandulo [evangelical/protestant church] emhlabeni-jikelele, uxhumaniseke nentshisekelo „yoMhlaba ubumbene“, yikuthi iNkolo neNqubo ngokoCandulo [Protestantismus] ixuba imiqondo nezimo eziningi ezahlukene. Kwasekusukeni kwalo uCandulo lwalushisekele ubanjiswano nobudlelwano emikhondweni nasezindimeni eziningi ezahlukene. UCandulo alukaze nanini lube yiviyo elaliholwa noma elasungulwa nguMartin Luther!

Leider fehlt es an einer übergreifenden Idee, welche diese doch recht unterschiedlichen Aspekte bündelt. Ein Mangel, der beim Reformationsjubiläum auch an anderen Stellen beklagt wird. Einer Verbindung zwischen der weltweiten Ausbreitung der evangelischen Kirchen und der proklamierten „Einen Welt“ steht zunächst einmal im Wege, dass der Protestantismus ein Oberbegriff für höchst unterschiedliche Phänomene ist. Innere Pluralität ist ein Merkmal, das der Reformation von Beginn an zu eigen war. Niemals war die Reformation eine Bewegung, die von Martin Luther kontrolliert, geschweige denn geplant worden wäre!

Ukucandulwa kweBandla labakholwayo ngokwenqubo elandela imibono kaLuther nekaCalvin [=lutheran | reformed] kwemukeleka kuqala emadolobheni kunasemaphandleni. Izinduna nababusi njengoLandgraf Philipp wasesiFundazweni saseHeseni [kulo elaseJalimane] balwemukela ngesasasa uCandulo ngoba kubo lwaluyindlela elula yokuqhwaga nokuvikela umhlaba nemfuyo yabo, okwakuyizinga lokuqala lokuphenjwa kwemibuso ezimele emazweni ehlukene.

Die Kirchenreformen lutherischer oder reformierter Prägung fassten zunächst in den Städten Fuß. Aber auch Herrscher wie der hessische Landgraf Philipp I. schlossen sich ihnen an, denn die Reformation war für regionale Potentaten auch ein Mittel, die Herrschaft über ihr Land zu sichern und sie weiter in Richtung einer frühneuzeitlichen Staatlichkeit zu entwickeln.

ULwazi neNqubo ngokoCandulo kwanda ngokushesha kulo lonke oloMbuso oNgcwele waseRoma nakuyo yonke iNyakatho yakwelaseYurophu. Ngowenkulungwane namakhulu amahlanu namashumi amabili nesikhombisa [1527] elaseSwidi laphuma phansi koMbuso oNgcwele waseRoma, lazimela ngokwalo [lizibusa ngokweNqubo yoCandulo] – okwakungokokuqala emlandweni ukuthi izwe lenze njalo. UMfundisi weBandla emzini waseWittenberg, uMfundisi uBugenhagen, owayekade esenzele amaBandla amaKholwa emizini emikhulu yaseBraunschweig naseHamburg naseLübeck uHlelo lwenqubo yenkonzo nokuphathwa kwebandla ngokoCandulo, walobela aboMbuso wezwe laseDenmark naboMbuso wezwe laseNorway uMthethosisekelo weNqubo yeNkonzo nokuPhathwa kweBandla ngokoCandulo ngowenkulungwane namakhulu amahlanu namashumi amathathu nesikhombisa [1537]. Ngaphambidlana-nje kwalokho aboMbuso waseNgilandi owawungaphansi kukaHenry wesishiyagalombili [Henry VIII] bazikhipha phansi koMbuso oNgcwele waseRoma ngezizathu nokho-ke zombangazwe. IBandla elaphenjwa ngumbusi wabo uHenry, iBandla loMbuso waseNgilandi [Anglican State Church] laqhubeka ukukhonza nokuziphatha ngokwenqubo yaseRoma, emfundisweni yalo nokho laphendukela emqondweni naselwazini loCandulo. Ngalokho-ke kwaphembeka igatsha elisha kwezoCandulo.

Das reformatorische Gedankengut verbreitete sich jedoch schon damals auch außerhalb des Heiligen Römischen Reiches, insbesondere in Nordeuropa. 1527 sagte sich mit Schweden zum ersten Mal ein ganzer Staat von Rom los. Der Wittenberger Stadtpfarrer Bugenhagen, der zuvor schon für Braunschweig, Hamburg und Lübeck lutherische Kirchenordnungen entworfen hatte, schrieb 1537 auch eine Kirchenordnung für das Königreich Dänemark und Norwegen. Wenige Jahre zuvor hatte sich auch England unter Heinrich VIII. aus vorwiegend machtpolitischen Gründen von Rom losgesagt. Die von Heinrich etablierte anglikanische Staatskirche behielt zwar in ihrem Ritus ein katholisches Gepräge, machte sich in ihrer Lehre aber reformatorisches Gedankengut zu eigen. Damit war noch ein weiterer unabhängiger Zweig der Reformation entstanden.

ENyakatho-Yurophu uCandulo lwanda, lwenabela emazweni amaningi ngalezo zikhathi [1517-1600] ngaphandle nje-ke kwaselaseIreland; lwathatha isinyathelo esisemqoka sokuba „nguMntwana neSakhamuzi soMhlaba-jikelele“.

Im Norden Europas hat sich die Reformation im 16. Jahrhundert auf großer Fläche mit Ausnahme Irlands durchgesetzt und damit wichtige Schritte getan, sich zu einer „Weltbürgerin“ zu entwickeln.

ENingizimu-Yurophu laqhubeka iBandla laseRoma [„elikhatholika“] ngenqubo yalo; kwelaseSpain lasukuma, laviva lizama ukulwa noCandulo lilushabalalise [`Counter-Reformation´]. ENtshonalanga-Yurophu lehluleka „elikhatholika“ ukulwisana nokwanda kolwazi nenqubo ngokoCandulo. Imibono nemfundiso kaMartin Luther yayisiyemukelekile emazweni amaningi kwasekusukeni ngowenkulungwane namakhulu amahlanu namashumi amabili [1520].

Im Süden des Kontinents konnte die katholische Kirche hingegen ihre Strukturen verteidigen und insbesondere von Spanien aus die Gegenreformation in Gang setzen. Im Westen Europas fiel es der katholischen Kirche schon schwerer, sich gegen die evangelische Bewegung durchzusetzen. Luthers Lehren stießen dort bereits um 1520 auf Zustimmung.

Imfundiso ngokukaJohn Calvin, uMcanduli kwezeNkolo wasemzini waseGeneva, yanda nayo ngejubane eledlulele. Amakholwa ngokwemfundiso kaCalvin [`reformed´] kwelaseFlansi [eFransi], amaHuginothi, ayeviva engqubuzana namakhatholika eyaphikisana nawo, kuchitheka igazi, kuvalwe ngehlahla, iminyaka ngeminyaka. Ekakhukhulela-ngoqo yangonyaka wenkulungwane namakhulu amahlanu namashumi ayisikhombisa nambili [1572], „eyoBusuku bukaBhathalomewu“, ngenye yezihlasimulisa umzimba nanamhla lokhu. Namuhla sekungathi sekukhohlakele ukuthi kwelaseFlansi ezokholo zaziyisisusa sezimpi njalo-nje.

Als einflussreicher sollte sich aber das reformierte Gedankengut des Genfer Reformators Johannes Calvin erweisen. Die Hugenotten, die sich auf Calvin beriefen, lieferten sich in Frankreich mit ihren katholischen Gegenspielern über Jahrzehnte blutige Auseinandersetzungen. Das Massaker der Bartholomäusnacht bildete 1572 einen Höhepunkt von unvergleichlicher Grausamkeit. Dass die religiöse Prägung Frankreichs lange eine offene Frage war, ist heute weithin vergessen.

Kulena naleya nkundla ohlelweni lweminyaka eyishumi loMkhosi woCandulo kukhunjuzwana ngomlando woCandulo eMpumalanga-Yurophu – okungumlando ongafanelwa yisehluko esithi „uCandulo oselwakhohlakala“. Ulaka nobudlova amakhatholika ahlangabezana ngabo noCandulo eMpumalanga-Yurophu kanye naseJalimane naseFlansi nokwalandela lapho, kucishe kuzibaziseke eMpumalanga-Yurophu muva-nje, njengoba agcina enqobile. ElaseHangari [Hungary]-nje namuhla sekuyizwa lamakhatholika, abayizingxenye ezingamashumi amabili ekhulu [20%]-nje kuphela khona abenkolo ngokoCandulo [protestants]. Ngonyaka wenkulungwane namakhulu ayisithupha [1600] kwakuthi emaBandleni amane akhona, amathathu awo kwakungakholwa ngenqubo ngokoCandulo [lutheran|reformed] – kulo lonke elaseHangari naseMbusweni waseSiebenbürgen.

Mit der einen oder anderen Veranstaltung wird man während des Reformationsjubiläums auch an die Geschichte der Reformation im Osten Europas erinnern. Sie könnte man mit noch mehr Recht als „vergessene Reformation“ bezeichnen. Der durchschlagende Erfolg der Gegenreformation überdeckt dort bis heute, dass der Ausgang des Ringens zwischen Katholiken und Protestanten nicht nur in Frankreich und Deutschland, sondern auch in Osteuropa lange offen war. So ist Ungarn heute wieder ein vorwiegend katholisches Land mit nur 20 Prozent Protestanten. Um 1600 waren hingegen drei von vier Kirchengemeinden, die in Ungarn und im Fürstentum Siebenbürgen lagen, entweder reformiert oder lutherisch.

Njengokwahlukana kwezimo emkhankasweni woCandulo eYurophu, zazehlukene kanjalo futhi nezindlela inqubo ngokoCandulo [Protestantismus] eyawelela ngazo kwamanye amazwe emhlabeni. Enye yalezo zindlela kwakungabeNtumo [missionaries] ababesuka emaBandleni nasemaSontweni ayesezimele, eqhuba ngokoCandulo [protestant churches] eYurophu. AmaBandla namaSonto aphenjwa yilaba beNtumo [kulawo mazwe abafikela kuwo] asenabalandeli abaningi namuhla kunalawo abeNtumo ababeqhamuka kuwo eYurophu.

So unterschiedlich das Schicksal der reformatorischen Aufbrüche in Europa war, so verschlungen waren auch die Wege, auf denen sich der Protestantismus später über die ganze Welt ausbreitete. Ein Strang dieser Ausbreitung waren die Missionare, die von den etablierten evangelischen Kirchen Europas entsandt wurden. Die von diesen Missionaren gegründeten Kirchen haben heute teilweise mehr Mitglieder als ihre Mutterkirchen.

Ngaphandle kwalokho, kunendlela uCandulo olwanda ngayo, okwakungesiyo lena eyayihanjwa ngabeNtumo – indlela yababethatha isinqumo sokushiya elakubo bayophemba ikusasa labo ezweni elikude [abafuduki]. Laba bafuduki bayingxenye enkulu emlandweni weSonto kwelaseMelika nasemazweni anjengeOstreliya [Australia] neNyuzilendi [New Zealand]. Eyesithathu noma eyesine enye indlela yokwanda koCandulo emhlabeni yile: Kwasekuqaleni komkhankaso woCandulo kwakukhona abathile okwakuthi uma bebonisana ngesidingo senguquko empilweni nakwezenkolo, bakubone kuyize-nje lokhu okwakuhlongozwa ngoMartin Luther nozakwabo. Emzini waseWittenberg uMarthi Luther wakwazi ukuthi ayinqobe leyo mizamo ayeyithatha ngokuthi „inewala“ [radical] njengoba ayesezé wamnqoba ababekade besebenzelana naye phambilini, uKarlstadt. Nemizamo kaThomas Müntzer kanye nabalimi ayezabalazela amalungelo abo, iyakhombisa ukuthi ababusi kwadingeka ukuthi bahlome, bahlasele, ukuze banqande „uCandulo olunewala“ [radical reformation].

Daneben steht eine Ausbreitung der Reformation, die nicht über die Missionierung von Einheimischen erfolgte, sondern durch Auswanderung zustande kam. Diese Auswanderer bilden bestimmende Größen in der Kirchengeschichte der Vereinigten Staaten oder Ländern wie Australien oder Neuseeland. Teilweise parallel dazu verläuft der dritte und vermutlich wichtigste Strang der weltweiten Ausbreitung des Protestantismus: Von Anfang an existierten in der Reformation Strömungen, denen die Umgestaltung des kirchlichen Lebens, wie sie sich etwa Martin Luther vorstellte, nicht tiefgreifend genug erschien. In Wittenberg konnte Luther solche radikaleren Ansätze noch ausschalten, wie ihn etwa sein einstiger Weggefährte Karlstadt verfolgte. Aber auch der Fall von Thomas Müntzer und seinen kriegerischen Bauern zeigt, dass die Fürsten schon bald ihre Truppen in Marsch setzen mussten, um die sogenannte „radikale Reformation“ zu stoppen.

Ukuthi kuthiwe „banewala“ kwakushiwo uma kukhulunywa ngeziwombe lapho abathile njengoThomas Müntzer babengangabazi khona ukuthatha izikhali ekuzivikeleni nasekubhekaneni nabacindezeli. Ukuthi „lunewala“ uCandulo, kuthiwe „uCanculo olunewala“, kungachaza ukuthi lwalusicubungulisisa, lusikhuthalele ngokungazenzisi isidingo sokwehlukana nemfundiso nanenqubo yobukhatholika, okwedlula okakwenziwa ngoMartin Luther noZwingli; bengavumelani nothi kubabathiswe abantwana, begquguzela ukuthi baphinde babathiswe asebekhulile uma babekade bebabathiswé besengabantwana. IziMfundiso kwezeNkolo [theologies] njengalena eyayivunwa nguMenno Simons, osekwaqanjwa ngaye iBandla lamaMennonites, [iziMfundiso] esezaziwa namuhla njengokuthi ziyiBaptismus nokunjalo, zaziphikiswa ngamaLuthela namaReformed nangamaKhatholika ngokufanayo.

Die Bezeichnung „radikal“ bedeutet allerdings nur in einer Minderheit der Fälle, dass es sich um gewaltbereite Bewegungen wie bei Thomas Müntzer handelte. „Radikal“ ist die „radikale Reformation“ meist eher in dem Sinn, dass sie konsequenter als Luther oder Zwingli mit der katholischen Kirchenlehre gebrochen hat, etwa indem sie die Kindertaufe nicht akzeptierte und auf einer Wiedertaufe als Erwachsener bestand. Solche Theologien, wie sie z.B. der Namensgeber der Mennoniten, Menno Simons, entwickelte und die heute u.a. als Baptismus bekannt sind, wurden von den Reformierten und Lutheranern ebenso wenig akzeptiert wie von den Katholiken.

Nòma babehlushwa, belwiswa „aboCandulo olunewala“, bayithola indlela yokwakhana nokuthuthuka ewagwemayo la maSonto amanye ayesezimele – nòma kwakudingeka badele elakubo, bafuduke, bayoziphembela ikusasa emazweni akude. AbeBandla lamaMenonites basesiFundazweni saseFalzi [khona eJalimane] bangabanye bokuqala eJalimane abafuduka, baya eMelika. EMelika, `emhlabeni omusha´, banqwamana nababefiké beqhamuka eNgilandi, lapho nabo babebaleké ngezizathu ezinjalo khona, amaPuritans namaQuäker.

Trotz brutaler Verfolgung fanden die Anhänger der radikalen Reformation dennoch ihren Weg an den etablierten Institutionen vorbei – und sei es durch Auswanderung. Mennoniten aus der Pfalz gehörten so zu den ersten Deutschen, die nach Nordamerika emigrierten. In der Neuen Welt trafen sie auf Puritaner und Quäker, die aus ähnlichen Gründen aus England geflohen waren.

Kwabakholwa ngokoCandulo wandile umbono wokuthi uCandulo luwumkhankaso osaqhubekayo – ongakaphethwa. Lo mbono woCandulo olungakaphethwa behla benyuka nawo emagumbini onke omhlaba kuze kube namhla lokhu. AmaPuritans aqhamuka eNgilandi ezikhathini eziphambili [^1600-1700] athelelana kulokhu namaPietist, okwakungamabandla abakholwayo eJalimane ezikhathini ezalandela lapho [^1700-1800]. KumaPietist kwahlubuka ababekholwé ngokuvuthayo [radicals], bafuduka bayohlobana naboMoya abasebandé kwelaseMelika naseYurophu ngalezo zikhathi [^1800-1900]. Kula magatsha ayelokhu evela akuhlumanga-nje kuphela amaMethodist, kwavela namaNew Apostolic namaAdventist.

Die Überzeugung, dass die Reformation ein Projekt ist, das noch seiner Vollendung harrt, bildet eine Konstante in der Geschichte des Protestantismus. Der Topos von der unvollendeten Reformation wandert seitdem durch die Zeiten und über die Kontinente. Die Puritaner aus dem England des 17. Jahrhunderts beeinflussten die Pietisten, die sich im 18. Jahrhundert in Deutschland zu religiösen Zirkeln sammelten. Die radikaleren Vertreter des Pietismus wiederum spalteten sich ab oder wanderten aus – und inspirierten ihrerseits die Erweckungsbewegungen, die sich im 19. Jahrhundert in Europa und Nordamerika ausbreiteten. Deren Verästelungen brachten wiederum nicht nur den Methodismus, sondern auch die Neuapostolische Bewegung und die Adventisten hervor.

Ochungechungeni lwamaBandla namaSonto okwakuhlala kuhlale aphenjwe ngabahlubuka kwamanye, elikaMoya [Pentecostal], lingelinye asemasha. AbeSonto likaMoya bazama – ngendlela abakhonza ngayo, okuthi uma bekhuleka babuye baqikileke, bakhulume ngezilwimi, bathandazele abagulayo – ukukhombisa imisebenzi kaMoya oNgcwele. UMshumayeli uWilliam Joseph Seymour, umMelika onsundu, owaphemba iBandla lokuqala laboMoya ngowenkulungwane namakhulu ayisishiyagalolunye nesithupha [1906] eLos Angeles, nguyena okuthiwa ungumphembi waleliSonto laboMoya. Namuhla selandé lafinyelela kuwo onke amagumbi omhlaba iSonto laboMoya, ikakhulukazi emazweni asengxenye yomhlaba eseNingizimu. Kulinganiselwa ekutheni linamalungu aphakathi nezinkulungwane ezingamakhulu amabili nezingamakhulu ayisithupha [200 000 000 – 600 000 000]. Okungaqondakali yikuthi iSonto likaMoya lingelenqubo yoCandulo noma kanye lingelenqubo ezihambela yodwana-nje ngaphandle kweyoCandulo neyamaKhatholika neyamaOthodoksi, okuyinqubo yohlu lwesine kwabenkolo yobuKhristu.

Die bisher letzte Welle in dieser langen Reihe von Kirchengründungen durch Abweichler bilden die Pfingstkirchen, die in ihren Gottesdiensten über Heilung oder Ekstase eine unmittelbar spürbare Erfahrung des Heiligen Geistes vermitteln wollen. Als Gründergestalt gilt der afro-amerikanische Prediger William Joseph Seymour, der 1906 in Los Angeles die erste Pfingstgemeinde gründete. Heute ist die Pfingstbewegung über alle Kontinente der Erde verbreitet, hat ihren Schwerpunkt aber eindeutig in der südlichen Hemisphäre. Die Schätzungen über die Zahl ihrer Anhänger schwanken zwischen 200 und mehr als 600 Millionen Menschen. Umstritten ist, ob die Pfingstkirchen zu den Kirchen der Reformation zu zählen sind, oder ob sie neben Orthodoxie, Katholizismus und Protestantismus eine vierte Erscheinungsform des Christentums bilden.

Uma iSonto likaMoya lingahle libalelwe kwawenqubo ngoCandulo, awenqubo ngoCandulo asengalingana namaKhatholika ngesibalo, wona phela abalelwa ngaphezu kwesigidigidi [1 200 000 000] emhlabeni-jikelele. Ngokunjalo-ke uCandulo selugciné „selunguMntwana neSakhamuzi soMhlaba-jikelele“ ngokwanda kwalo nangesibalo sabaqhuba ngalo.

Würde man die Pfingstkirchen als jüngsten Spross reformatorischer Kirchengeschichte hinzurechnen, würde der Protestantismus eine vergleichbare Größenordnung erreichen wie der Katholizismus, zu dem sich weltweit etwa 1,2 Milliarden Menschen bekennen. Zur „Weltbürgerin“ ist die Reformation also längst geworden, sowohl was ihre Ausbreitung als auch was ihre Anhängerzahl angeht.

UHlelo lweminyaka eyishumi loMkhosi woCandulo beluyozuza kakhulu uma uhlelo lwanonyaka oluthi „uCandulo noMhlaba umunye“ belungachumisa udaba lokwanda emhlabeni-jikelele kanye nobuso obunhlobonhlobo benqubo ngoCandulo „eKhayakonina loChandulo“. Abagqugquzeli balolu hlelo bazama kodwa-ke ukuthi iso „leSakhamuzi soMhlaba-jikelele“ liguqukele „eKhayakonina“. Ngonzimakazi-ke lowo msebenzi uma kubhekwa-nje ukuthi inqubo ngokoCandulo yavela yathuthuka kanjani. Iningi lamakholwa ngokobuKhristu emhlabeni-jikelele lisemabandleni nasemasontweni avela ngokuhlubuka ngokuzimela ngaphandle kwamabandla namasonto ayekade ekhona ngaphambi kwawo.

Für das Reformationsjubiläum wäre es bereits ein Gewinn, wenn das Themenjahr „Reformation und Eine Welt“ diese globale Dimension und den Facettenreichtum des Protestantismus im „Mutterland der Reformation“ vermitteln würde. Die Organisatoren wollen jedoch auch umgekehrt den Fokus der „Weltbürgerin“ Reformation auf ihr „Mutterland“ richten. Bereits ein kurzer Blick auf die Entwicklung des Protestantismus macht klar, dass dies ein äußert anspruchsvolles Vorhaben ist. Schließlich gehört die Mehrzahl der evangelischen Christen weltweit Kirchen an, deren Gründung ein Akt der Selbstabgrenzung von den bestehenden Kirchen war.

Lezi zinhlobonhlobo inqubo ngokoCandulo evela ngazo zizodamane zinconywa ngokuqhubeka kohlelo lwanonyaka, kuthiwe „ziyingxubevange engumnotho“, okugcizelela ekutheni `ubunye obungenkho ukungalingana´, `ubunye´ njengokwelamaKhatholika, bungeze baba umgomo olangazelelwayo nanini. Nòma kunjalo-ke kodwa „ingxubevange“ akuzukuba-nje yisihloniphiso sokungezwani nokungahoshelani; abenqubo ngokoCandulo kuyodingeka bachaze ukuthi yini ebahlanganisayo, eyisisekelo sabo.

Diese unterschiedlichen Ausprägungen des Protestantismus werden im Verlauf des Themenjahrs sicher des Öfteren als „bereichernde Vielfalt“ beschrieben werden. Eine auf Hierarchie beruhende Einheit wie in der römisch-katholischen Kirche kann allerdings nicht Zielvorstellung sein. Doch soll „Vielfalt“ nicht nur eine freundliche Formulierung für Gegensätzlichkeit sein, dann bräuchten die evangelischen Kirchen zumindest eine gemeinsame Vorstellung davon, was sie verbindet.

Kokuningi sekuyaphumelela: Ngowenkulungwane neshumi [2010] abenqubo ngokoCandulo kanye nabeBandla lamaMenonites elahlubuka kubo kade beligciwaza belihlasela belilwisa ezikhathini eziphambili [^1530-1600], bebegubha inkonzo yokuhlambulukelana nokubuyisana. Ekulungiselelweni umcimbi wanonyaka [2015] ohlelweni loMkhosi woCandulo bekusikho ukubuyisana obekuphambili, bekunokukhombisa ukungabinandaba-nje, okuyisithikaziso esikhulu. EmaSontweni azimele [independent churches] asemadala (kunamaMenonites nakaMoya), asenebangana elijana emlandweni wokuphenjwa nokukhula kwawo, kukhona akhombisa isasasa ngoMkhosi woCandulo. Amaningi kwawoMoya, angenalo lelo banga emlandweni wawo nangenazo izimiso nemigomo exhumanisa amabandla ngamabandla phansi kophahla lunye, azoba ngaphandle-nje (njengezibukeli) ngonyaka womcimbi [2017].

In manchen Fällen gelingt das bereits. So feierten 2010 zum Beispiel Lutheraner und die im 16. Jahrhundert von ihnen verfolgten Mennoniten einen symbolischen Akt der Versöhnung. In der Vorbereitung des Reformations-Themenjahres 2016 ist aber weniger die Versöhnung, sondern eher das Desinteresse das größte Hindernis. Von den älteren Freikirchen, die schon mit einer gewissen Distanz auf die eigenen Ursprünge blicken, zeigen sich einige interessiert am Reformationsjubiläum. Die meisten Pfingstkirchen indes, die weder historischen Abstand haben noch über übergreifende Strukturen verfügen, werden 2017 weitgehend außen vor bleiben.

Umcimbi wanonyaka [2016] eMkhosini woCandulo kungafanela futhi uqondakale njengezaba zokufumana ubuhlobo okungesibo-nje kuphela obuphathelene nezokukhonza nokudumisa, kodwa obuphathelene nobuNtu (nokwazisana nokubonelelana nobuqotho emphakathini) [ethics]. Akusiyo ingqayizivele leyo. Ezinhlanganweni zokuBhobokelana nezoBanjiswano [ecumenical organisations] yinsakavukela leyo ukudingida nokubonisana, kukhishwe amaphepha anezinqumo eziphathelene nenguquko emkhathini nasesimweni sezulu [climate change] kanye nobubha [poverty]. EmaSontweni kukwazeka ukushesha kuphaphanywe maqondana nalezi zindaba ngenxa yale nqubo (ezinhlanganweni zokuBhobokelana nezoBanjiswano) yokufakana imilomo nokubonisana kwabasemazweni amaningi ehlukene. Ngokunjalo-ke amaSonto kade aqala ekhuza, exwayisa ngokuthi iYurophu izobhekana nesimo sokufika kwabaningi abacinga isiphephelo [refugees] maduze-nje. Ukuthi-ke nokho ukugqugquzela kwawo ukuthi akubhekwane nesisusa solaka oludala isidingo sokubaleka kuyocingwa isiphephelo, siqedwe, (ukuthi konke lokho) akuzange kulalelwe, kudalwa kokunye yikuthi imiphumelo yokubonisana kwawo isuka ekubukeni isimo ngaso-linye. Kuthiwa yingxenye yomhlaba eseNyakatho edala izingxaki – eseNingizimu ithathwa njengabalokhu bahlushwa-nje kuphela. Lokho-ke kwenza ukuthi amaSonto athi eshesha ukuzibona izingxaki zivela, kungavami ukuthi aqhamuke nezimpendulo ezingasiza.

Das Themenjahr 2016 darf jedoch auch als ein Versuch betrachtet werden, die Übereinstimmung nicht nur auf dem Feld des Religiösen, sondern auch auf dem Gebiet der Ethik zu suchen. Neu ist das nicht. In den Organisationen der weltweiten Ökumene gehört es zum Tagesgeschäft, Papiere zum Klimawandel und zur Armut zu verfassen. Tatsächlich erkennt man in den Kirchen durch diese globalen Gesprächskontakte manche Probleme früher als andere. So warnen die Kirchen schon seit Jahren davor, dass Europa eine Flüchtlingskrise ins Haus steht. Dass ihr Appell, die Fluchtursachen zu bekämpfen, bisher überhört wurde, erklärt sich auch dadurch, dass vielen Papieren eine recht einseitige Sichtweise zugrunde liegt. Ihr zufolge sei vor allem der Norden für Probleme verantwortlich – dem Süden komme nur die Rolle des Opfers zu. Die Folge davon ist, dass die Kirchen Probleme zwar oft früh erkennen, aber nur selten Lösungen anbieten.

Kungaze kubuzeke ukuthi lokhu konke kwenzelwani-nje nempela, uma kuwukuthi amabandla enkolo yobuKhristu ngokoCandulo [amaphrothestanti] awaziveze „eMhlabeni-munye“ ngokuqakambisa isimilo esithile sobuphrothestanti. Umkhankaso wokuthi bonke abenkolo yobuKhristu bakhuthalele indlela eyodwa yokuqakamisa isimilo nobuqotho emphakathini, ungagcina uyingozi ezinhlanganweni zikanhliziyo-nje. Ngenxa yokuthi kokuningi kwamanje-nje okungavunyelwana sampela-nje kukho, njengakodaba lwezocansi, kungasoze nanini nje-ke kwavunyelwana, lo mkhankaso ungase ukhuthaze ukuqhubeka koqhekeko. Uma-ke kodwa kucaca ukuthi „uMhlaba-munye“ kwanini nanini uyobe uzamalazé phakathi kwezingqinamba ezinzima nangamacebo ehlukene, libonakala kangcono igalela okuyilo lomkhankaso kanhliziyo-nye wamaphrothestanti. Emabandleni enkolo yobuKhristu ngokoCandulo eminyakeni eyikhulu eyedlule bekukhuthelwe ukwedlula bonke abanye emhlabeni ukucebisana ngezindlela ezingase zelekelele ukudala ukwazisana nokubonelelana nòma kusekhona okuningi kangaka okungavunyelwana sampela kukho [kuhlekiswane kuhlonyelwene]. Kwavezwa izindlela okuvunyelwana ngazo ukuthi imibono eyahukene nobufalakahla beziqhingi zokungadlelani namagqubu athathwe njengesimo esingesihle, kodwa okungasho ukuthi kufanele sizitshwe noma sishabalaliswe.

Man kann sogar noch grundsätzlicher hinterfragen, was es eigentlich bringen soll, wenn die evangelischen Kirchen sich in der „Einen Welt“ mit einer Art protestantischem Weltethos positionieren. Der Ruf nach einer einheitlichen ethischen Position könnte für die ökumenischen Dachverbände sogar gefährlich werden. Da man sich in den wirklich strittigen Fragen wie der Sexualethik ohnehin nicht wird einigen können, würden solche Bestrebungen wohl unweigerlich zu weiterer Zersplitterung führen. Geht man jedoch davon aus, dass die „Eine Welt“ dauerhaft von tiefgreifenden Gegensätzen und unterschiedlichen Interessenlagen geprägt bleibt, kommt man der eigentlichen Leistung der protestantischen Ökumene näher. In den evangelischen Kirchen ist in den vergangenen einhundert Jahren so intensiv wie kaum irgendwo anders an gedanklichen Modellen gearbeitet worden, wie man einen Sinn für das Gemeinsame trotz fortbestehender Trennlinien entwickeln kann. Erarbeitet wurden Denkfiguren, in denen unterschiedliche Ansichten, organisatorische Zersplitterung oder historische Wunden nicht als Makel gelten, der verdrängt oder beseitigt werden muss.

Isibonelo esiphambili kulokho yisiVumelwano saseLeuenberg sangonyaka we-1973 [Leuenberger Konkordie 1973]. Kulesi sivumelwano amasonto aphakathi agcizelela ukuthi engqikithini kokuphathelene nevangeli nangamasiko enqubo yenkonzo avumelene okungenani ekuthini, nòma okwamanje esahlukene, angakwazi ukubumbana ngokuphelele. Umahluko kwezesivumo sokholo, imininingwane ethile kwezenqubo nakwezamasiko, okuyiyona mhlawumbe ayinsika yathile amasonto nawo asayina leso sivumelwano, awayukuchithwa yisiVumelwano saseLeuenberg. Senza kuvumeleke ukuthi amaLuthela namaReformed nabaseSheshi kanye [kusukela ngowe-1997] nabaseWeseli bahlanganyele esiDlweni.

Das Beispiel schlechthin für ein solches Modell ist die Leuenberger Konkordie von 1973. In dieser Erklärung stellen die beteiligten evangelischen Kirchen fest, dass sie in der Grundauffassung über das Evangelium und die Sakramente zumindest so weit übereinstimmen, dass sie trotz fortbestehender Unterschiede volle Kirchengemeinschaft eingehen können. Bekenntnisunterschiede, Eigenheiten in Organisationsfragen oder andere Charakteristika, in denen vielleicht gerade die Stärke der verschiedenen Unterzeichnerkirchen liegt, werden durch die Leuenberger Konkordie nicht eingeebnet. Sie ermöglicht aber, dass Lutheraner, Reformierte, Anglikaner und seit 1997 auch Methodisten in Europa gemeinsam das Abendmahl feiern können.

Sesiyinhlalayenza muva-nje isiVumelwano saseLeuenberg kumasonto aphakathi. Uma kodwa sibheka eminyakeni elikhulu eyedlule, siqhathanisa uMkhosi woCandulo wonyaka we-1917 nalona ozayo we-2017, singase singavumelana ngokuthi ingqondo nemigomo yesiVumelwano saseLeuenberg yizona ziyisinyathelo esibaluleké kakhulu kwezolwazi ngezenkolo kule nkathi. Amasonto aphakathi awalokhu elibele ukugxila ekungabhobokelaneni, awazamanga nokho ukuphoqelela ubumbano. Esikhundleni salokho, afundé aqonda emlandweni woqhekeko avelelé kuwo, ase ecebisana ngendlela angakwazi ngayo ukuzazi engamalungu ehlukene amzimba munye. Mhlawumbe yiyona ndlela leyo amabandla enkolo yobuKhristu ngokoCandulo angakwazi ngokwempela ukuba yisibonelo kulowo Mhlaba [awukhulekelayo nawukhuthaleleyo,] awubiza ngokuthi „munye“.

Für die beteiligten Kirchen ist die Leuenberger Konkordie mittlerweile schon zur Gewohnheit geworden. Wenn man jedoch einhundert Jahre zurückblickt und das Reformationsjubiläum von 1917 mit dem anstehenden von 2017 vergleicht, könnte man zu dem Schluss kommen, dass Gedankenfiguren wie die Leuenberger Konkordie den entscheidenden theologischen Fortschritt in dieser Zeit markieren. Die beteiligten evangelischen Kirchen sind nicht in Gegensätzlichkeit verharrt, haben aber auch nicht versucht, eine Einheitlichkeit zu erzwingen. Stattdessen haben sie die Konsequenz aus ihrer widersprüchlichen Geschichte gezogen und ein Modell entwickelt, mit dem sie sich als unterschiedliche Glieder eines Leibes verstehen können. Vielleicht ist das ein Modell, mit dem die evangelischen Kirchen tatsächlich beispielgebend sein könnten für jene Welt, die sie als die „Eine Welt“ beschreiben.

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*NguBheni wakwaKhumalo eBaQulusini eKwaMachanca eJalimane [Dr Ben Khumalo-Seegelken], uMholi weViyo leziKhuthali oBanjiwaneni lokuHumusha nokuBhala kabusha iBhaybheli ngesiZulu [Biblia Zuluensis]; uMtapo woLwazi: Reinhard Bingener, „Reformation als Weltbürgerin“, Luther und das dritte Christentum, in: Glaubenssachen, Norddeutscher Rundfunk [NDR], Religion und Gesellschaft, Hannover: Sonntag, 3. Januar 2016, 08.40 Uhr.

siehe auch ———–>Aufs Maul geschaut“ | „Salalelisa safunda

… for the End of unjust Rule!

Unterdrückung in Südafrika. Wie lange noch?Unterdrückung in Südafrika. Wie lange noch?

Ben Khumalo-Seegelken:
Praying for the End of unjust Rule
Essay in honour of Allan Boesak on his 70th birthday *

*Allan Aubrey Boesak turned 70 on 23 February 2016.

This is a preliminary version of an essay written in view of that occasion (with foot-notes).

We wish Allan Boesak a long life!

I
Introduction

Men and women from various solidarity-groups in West Germany gathered at a road-crossing in Düsseldorf during the “Kirchentag”[1]  in June 1985, to pray in solidarity with the peoples of South Africa and Namibia for “the end of unjust rule” – the end of apartheid. They were responding to reports about the escalation of oppression in South Africa and Namibia[2] and were seeking to raise awareness in their country for the need to support the struggle for liberation in southern Africa[3].

What initially was to be a solemn expression of “togetherness before the creator of heaven and earth – the ruler of the universe”[4] in quest for justice, developed into a public venture in confessing faith and posed a challenge to pledge solidarity more effectively.

Prospective participants had started well ahead of the Kirchentag exchanging opinions and perceptions with regard to the theme of the proposed prayer. This grew into a debate that soon involved wider circles in different parts of the country over a lengthy period. Questions and statements in that debate called to mind that the apartheid-regime was, in fact, a state that had neither been instituted nor authorized by the peoples it had ultimately subjugated under its rule. The discussion reflected on contemporary concepts of government and types of societies in and around southern Africa and western Europe, comparing models of government stretching as far back as beyond the Age of Enlightenment in Europe[5] . The statements and arguments in those debates expressed ethical and legal insights into conditions, situations and premises of protest, resistance and overthrow of rule in recent history focusing on apartheid and the liberation-movement in Southern Africa[6].

The essay at hand, reflecting on the controversy around `the Prayer for the end of unjust rule – the end of apartheid´ in 1985 and the commitment of the solidarity-movement in West Germany in a network of exchange between them and individuals and groups in South Africa and Namibia in the early 1980s, recalls the main arguments in that controversy, highlights certain insights and deliberates on the meaningfulness and the implications of that venture for theology and church-politics in and around South Africa.

II
The Invitation to Prayer: Incidents and Standpoints

Most of the round 200 adults and youth who had followed the invitation and were gathered initially in the open space around the fountain at the Melanchthon Protestant Church-Congregation in Düsseldorf and had moved later to the intersection of the Graf-Recke and the Simrock Streets nearby on Thursday, 6 June 1985, had been attending the Discussion-Session on the Kirchentag entitled “… Wer Unrecht sät, ernet Widerstand (Südafrikatag)” [“… Injustice solicits Resistance (A Day on South Africa)”][7] on the Kirchentag that morning. They had come from different parts of West Germany[8] and most of them were meeting for the first time[9]. After the prayer a half-an-hour later, they each resumed their respective undertakings and pursuits on the Kirchentag which went on till Sunday, 9 June.[10] The public discussion and the debates about their prayer continued and gained momentum after the Kirchentag; engulfing diverse interest-groups, they endured for several months.

Southern Africa (– and West Germany) in 1985
A brief account of the incidents preceding the Prayer as well as a survey of some factors underlying the controversy in the public discussion on “[whether and how …] solidarity against apartheid” in West Germany could and should be pledged, shall be given. To conclude, I shall render a reflective summary as a contribution to the ongoing theological discussion on “resistance and solidarity against unjust rule”.

I start by asking: What had happened and what was happening in Southern Africa (– and in Western Europe) in 1985?

I recall:

Apartheid in South Africa. What does that have to do with us (in Western Europe)?” is one of the rhetorical questions that used to be discussed at length and not without controversy in local and regional interest-groups countrywide involving political refugees and visitors from South Africa and Namibia particularly since the Soweto Uprising [1976].[11] The ideological and material support of the apartheid-regime resulting from the political and economic ties between the governments of the two countries, West Germany and South Africa, was identified as the main hindrance to the ongoing endeavours by the peoples of South Africa and Namibia to resolve the inherited conflicts, overcome apartheid and advance to democracy in their countries. As part of a worldwide community of believers in the discipleship of Jesus Christ, persons and groups on the Kirchentag that sought to reaffirm their rejection of apartheid and to pledge their support for the cause of justice against apartheid more effectively, referred to the initiatives of pledging solidarity in the times when individuals and groups had questioned and resisted the ideology and the praxis of Nationalsozialismus [Nazism] in the history of their own country between 1933 and 1945. This motivated them to continue preparing for a common prayer for the end of unjust rule – the end of apartheid – and to respond to the call from the townships and elsewhere to refrain from supporting the apartheid-regime.[12]

Predictably, the programme of the Kirchentag in 1985 entailed a variety of topics ranging from bible-study over audio-visual presentation up to podium-discussions around the theme of unjust rule in South Africa and Namibia, apartheid. The average participant had read and heard of apartheid and the ensuing protests and resistance in the “townships” and elsewhere at the latest since the “Soweto Uprising” in 1976.[13]

 The murder of Steve Biko in detention in 1977 and the “banning” a few weeks later of persons and yet another 19 organisations and newspapers opposing and resisting apartheid were coupled with continued raids and detentions-without-trial that sought to silence certain individuals and to destabilise particular institutions including the South African Council of Churches (SACC) and some of its member-churches and staff-members. These and other measures of repression were continually being recorded and brought to the attention of the public in Western Europe by the anti-apartheid solidarity-movement.[14] The escalation had led to a steady increase in the number of persons and groups also in West Germany – anti-apartheid solidarity-groups[15] – that had eventually become aware of the ongoing oppression and were reacting by participating in ongoing ventures of the anti-apartheid solidarity-movement, exchanging perceptions on issues of justice, oppression, resistance and solidarity with regard to “undemocratic rule” in southern Africa.

By 1982 the solidarity-movement in West Germany was consolidating and intensifying their efforts to motivate the general public to support the initiatives of protest and resistance against apartheid, when protest escalated in the “townships” and elsewhere as the apartheid-regime set out to rewrite its constitution in order to entrench more effectively the exclusion of the African population from citizenship and political rights outside the former `native- and mission-reserves´ that had been declared their “homelands” – a measure the apartheid-regime euphonically named “power-sharing[16] . The programme of the Kirchentag had over the years repeatedly reflected the dynamics of `communication and exchange at grassroots-level´ between and within groups challenging and resisting apartheid in southern Africa and western Europe. The discussion-forum „Wer Unrecht sät, ernet Widerstand (Südafrikatag)” [“… Injustice solicits Resistance (A Day on South Africa)”] in 1985[17] stood in that tradition and was, as was to expect, well attended.

A joint-venture to converse, to pray and to reach out – here as well as over there

Among those in the townships and elsewhere who were rejecting the subjugation and exploitation in the 1980s, were persons and groups who, as “Christians”, had started coming together on a more or less regular basis in various communities in different parts of the country as neighbours, friends or colleagues for purposes of exchanging experiences (ukuxoxelana [conversing]) and simply `praying for the end of unjust rule´ ` [ukukhulekela ukuqedwa kombuso wobudlova]´. These included individuals and institutions, some of whom were member-churches of the SACC. Rejection of the “tricameral parliament”-programme had become the main theme.[18]

Faith-communities and congregations in the townships and elsewhere including member-churches of the SACC were responding to the escalation of atrocities in a variety of spontaneous activities and long-term projects. Coming together to condemn unjust rule and to re-affirm their stand for justice had become a ritual that enabled neighbourhoods and interest-groups – living under the rules and conditions of segregation and subjugation – to meet, demonstrate and articulate their condemnation openly despite the risk to be detained or silenced by the state-authorities.[19]

The annual conference of the SACC which had been held in Bosmont (Johannesburg) in June 1984 under the theme `The God of the Poor´ had left a lasting impression on many in southern Africa and abroad. Coming together during the Kirchentag in Düsseldorf (1985) to `pray for the end of unjust rule – the end of apartheid´ was felt to be at least in line with and in the spirit of the wishes and calls that the “brothers and sisters” in the townships had articulated on the SACC-conference, namely `to resist forced removals, to support those who resisted them, and to assist those who have suffered through them.’[20]

The active involvement of persons and interest-groups from southern Africa in some solidarity-groups in West Germany that were represented on the Kirchentag in 1985 enhanced communication and expedited exchange of perceptions with persons and interest-groups in the townships and `homelands´ remarkably. Such direct contacts and continuous exchange helped update reports about developments in exile[21] and particularly with regard to “the armed struggle”[22] , which, indeed, was very essential.

The apartheid-regime had in the meantime resorted to a diplomatic offensive towards certain outspoken critics including representatives of the liberation-movement and the political scene in Western Europe and North America.[23] This was a strategy to undermine the efforts and to thwart the resistance against apartheid and was condemned by civil society and opinion-leaders in no uncertain terms.[24]

“The Lord’s Prayer”

Between the morning- and the afternoon-sessions of the Kirchentag-programme entitled “Wer Unrecht sät, ernet Widerstand (Südafrikatag)” [“=… Those Doing Injustice Earn Resistance (A Day on South Africa)”] on Thursday, 6 June, interested persons were to meet to say the “Lord’s Prayer”, pleading for the end of unjust rule – the end of apartheid.[25] This reminded of prayer-meetings in “townships” and elsewhere.[26]

Articulating their concern simply in the words of the “Lord’s Prayer”[27] had been debated and ultimately agreed upon as being `fitting and just´ in the given situation. In their deliberations, the prospective participants had discussed “the Lord’s Prayer” intensively and subsequently reaffirmed it as `the earliest and the most durable moment of brotherhood and sisterhood in the discipleship to Christ which remained common-ground beyond whatever threat to or violation of human dignity´[28]. The phrase “Thine is the Power” in the conclusion of “the Lord’s prayer” had been proposed as theme of an impulse that could be given before the prayer.[29]

By referring to narratives over incidents of `praying for the end of injustice´ in the Old and the New Testaments as well as in the history of the community of believers in the discipleship of Jesus Christ, “the Church”, those who had conceived the idea of the Invitation to Prayer had sought to underline the intended congruence between the forthcoming Prayer and the traditions of belief and confession that had gained recognition in the history of the community of believers in the discipleship of Jesus Christ, “the Church”, especially in the recent past in the pursuit of the Bekennende Kirche, the Confessing Church, against unjust rule in Germany prior to World-War II [1933-1945] and in the Theology of Liberation in southern Africa and elsewhere.

So far so good.

III

Discussions and the Controversy surrounding the Invitation to Prayer

Supplementary and alternative suggestions concerning the subject of the prayer-gathering continued to be made up to the very moment of the Prayer itself. Two of those suggestions maintained for example that one should rather “pray for those in power that they repent and submit unconditionally to the call to end unjust rule” or “pray for ourselves that we learn to obey God’s will which could be an example and could encourage everybody else to do likewise.”

Protagonists on either side had been co-authors of the Invitation and were reaching out, canvassing for more support for their respective proposals. Whereas the former saw the need to intersect in the interests of the rulers and plead for their deliverance (from continuing trespassing against `the Will of the Creator´), the latter contended that a good example in living according to `the Will of the Creator´ had to be set, calling on the protagonists themselves to take the lead. The ones soon got termed “the prophets pleading for God’s mercy”, the others “the preachers calling for repentance and confession.” The `prophets´ had “them”, the rulers, in view, whereas the `preachers´ focused on “us”, the prayers themselves.

Reactions from parts of the public that had up to then been indifferent to or were practically sympathizing or even cooperating with the apartheid-regime, included statements, suggestions and questions that either rejected the very notion of `praying for change in political matters´ altogether, or argued for unconditional approval of the prevailing state of affairs as explication of law and order in line with the teachings of “Christian faith”[30].

Quoting from the New Testament, Romans chapter 13, those opting for unconditional loyalty to and support of whoever were in power [be they the apartheid-regime itself], rejected any notion of criticizing or even resisting any measure of state-authority, claiming that such practices were contrary to biblical teaching. Christians would rather suffer persecution and even martyrdom than disobey or challenge state-authority however unjust the latter might be perceived.

Individuals and groups as well as representatives of church-institutions and mission-societies with connections to South Africa and Namibia joined the discussion. Their options largely and very often resembled those of the groups that were actually sympathizing or cooperating with the apartheid-regime in so far as they would not openly reject the invitation to pray for change, they would, however, insist that “spiritual” change ‘which concerned everyone [not only those identified as wrong-doers in particular]’ was meant.[31]

One interest-group joined the discussion and argued in the context of biblical quotations and under reference to terms and instances in the history of the community of believers in the discipleship of Jesus Christ, “the Church”. Those in that interest-group that welcomed the Invitation to Prayer contributed in an inspiring manner to the ongoing discussion in as far as they repeatedly referred to “the Creator” as ‘source and spirit of oneness in diversity’ and argued that Jesus Christ were to remain the ‘corner-stone of any endeavour towards oneness in diversity.’ Praying in the words of the “Lord’s Prayer” for the end of unjust rule wherever it prevailed was accordingly seen to be in keeping with scriptural record and the tradition of confessing in line with the life and the witness of Jesus Christ. Caution was made over consequences and warnings were given with regard to alternatives all the same. It was argued:

 Praying for the end of unjust rule would be comparable to consenting to arbitrary take-over of state-authority by whosoever chose to do so, and was therefore a willful act in favour of and in the interests of a prospective ruler who might turn out to be at least just as unjust as the current one. It would, for that reason, be `presumptuous and at least culpable´ to even imagine having to pray for the end of government or state-authority.[32]

Many, of course, stayed aloof from the whole controversy; others merely expressed their critique over an exercise they regarded as first and foremost concerned with catering for the supposed correctness of particular points of view[33] rather than rendering `tangible support´ and being part of the pursuit to end unjust rule. `Solidarity, not lip-service!´  became one of the slogans.

Melodies and texts from South Africa and Namibia[34] were sung or recited spontaneously in the one or the other section of the gathering. In her opening remarks, one of the conveners reiterated the idea of gathering to pray for the end of unjust rule and recalled:

“Our invitation to prayer is a rather moderate response to the messages, reports and pleas reaching us from South Africa and Namibia.[35]

Repeatedly, individuals and groups in townships and elsewhere come together as mourners and protesters; some of them have become known to us – brothers and sisters in contemplation of the end of apartheid. We come together to stay together in prayer!”

Those from South Africa and Namibia participating in the prayer-gathering helped deepen the feeling of togetherness and widened the horizon by giving reports, answering questions and giving comments on certain headlines[36] – an invaluable contribution, indeed.

Predictably, absent on the scene were the notoriously vociferous individuals and groups whose sympathies for and support of the apartheid-regime had over a lengthy period become so unrelenting that they were of late even threatening to withdraw their formal membership of the Church and, as a result, stop paying church-tax, if the Invitation to Prayer were not withdrawn and if the Prayer would be held at all – a calculated threat that had occasionally, in fact, managed to exert the required amount of pressure to coerce decisions to their advantage.

“Amen”.

IV
Résumé

“`Amen´ marks the end of a prayer and is the first step towards the questions and challenges preceding the possibly next prayer”. None of the participants had anticipated anything else. Dispersing to resume the various undertakings awaiting them that afternoon, they each had gained yet an experience in getting together and in sharing hope in view of the injustice and the atrocities that had in the first place made them want to come to pray together. Unjust rule had not suddenly ceased to prevail.

Powerlessness and helplessness were admitted by many at the scene; that state of affairs was, however, no longer generally perceived as unchangeable or insurmountable. In pronouncing “the Lord’s Prayer” in togetherness with “brothers and sisters here and elsewhere” the participants had affirmed their reliance on the power they deemed greater than that of any ruler and did thereby not have to specifically mention even the apartheid-regime at all. The act of reciting the well-known prayer together turned out to be more than a mere performance; togetherness and interconnectedness in the anticipation of a common future for all beyond any segregation or subjugation whatsoever – the common future beyond apartheid – was experienced directly and could be communicated effectively. Reactions on the scene, countrywide and abroad affirmed the intention of the venture and ignited the exchange of arguments and perceptions on whether and how one could or should “as a Christian” respond to injustice in one’s midst – indeed, a controversy without end!

Resorting to prayer had often been the ultimate option in a given situation for those without prospect to survive. A new perspective was added to that observation, however, by those who had gathered to pray for the end of apartheid on that particular day:

“We realised at once how much we had in the meantime learned from our brothers and sisters in the townships and elsewhere to stand firm even when we have to fall on our knees and plea. We had in the past years learned from them to live up to the hope within us. In our own language we recited the prayer they have to resort to so often in despair – the Lord’s Prayer. That brought us even closer together and strengthened us – here and over there – for the ongoing pursuit!”[37] one of them resumes.

The matter of concern – the longing and the plea for “the end of unjust rule” – reassumed its place in that `prayer of prayers´, “the Lord’s Prayer”, not least thanks to the accompanying controversy and its aftermath. Future generations certainly shall acknowledge and cherish that experience accordingly and hopefully draw lessons from it for the pursuits in their times.

Ben Khumalo-Seegelken, Theologian, Social-Scientist and Human-Rights’ Activist, works in a variety of civil-rights’ networks both in South Africa and in Germany. Recent publication: “The Christian Institute of Southern Africa In Interaction with the Churches and Civil Society”.

BIBLIOGRAPHY:

Apartheid tötet – boykottiert Südafrika! Dokumentation der Bremischen Südafrika-Wochen (12.-27. Oktober 1979), herausgegeben im Auftrag der Anti-Apartheid-Bewegung e.V. Gruppe Bremen von Hella Ulferts, Manfred O. Hinz und Dorothea Litzba, Bremen 1980, pp. 109. (unpublished)

Boesak, Allan: Gerechtigkeit erhöht ein Volk, Neukirchen-Vluyn 1985.

DEUTSCHER EVANGELISCHER KIRCHENTAG DÜSSELDORF 1985, Dokumente, Herausgegeben im Auftrag des Deutschen Evangelischen Kirchentages von Konrad von Bonin, Stuttgart: Kreuz-Verlag 1985, ISBN 3 7831 0803 9 (pp. 868).

Evangelisches Missionswerk im Bereich der Bundesrepublik Deutschland und Berlin West e.V. (ed.), “Zum Schweigen verurteilt. In Südafrika gebannt“, [Hamburg 1978], (pp. 103).

Hain, Peter. “don’t play with apartheid. the background to the Stop the Seventy Tour Campaign”. London: George Allen & Unwin 1971. ISBN 0-04-301031-8. (pp. 231)

Khumalo, Ben: Düsseldorfer Kirchentag 1985 – Notizen (unpublished)

 Kistner, Wolfram: Report on the Cluster Justice and Society presented to the National Conference of the South African Council of Churches, Braamfontein 1982, (unpublished).

Kündigt das Kulturabkommen mit Südafrika!” Broschüre des Komitees für die Kündigung des Kulturabkommens Bundesrepublik Deutschland – Südafrika, Bonn | Frankfurt a.M. 1984, pp. 48.

Race Relations Survey 1984, Johannesburg: South African Institute of Race Relations [SAIRR] 1985, ISBN 0-86982-307-8, (pp. 991).

Race Relations Survey 1985, Johannesburg: South African Institute of Race Relations [SAIRR] 1985, ISBN 0-86982-272-1, (pp. 645).

Stelck, Edda: Politik mit dem Einkaufskorb. Die Boykott-Aktion der evangelischen Frauen gegen Apartheid. Wuppertal: Jugenddienst-Verlag 1980. ISBN 3-7795-73441-5 (pp. 142).

FOOTNOTES:

  1. The “Kirchentag” is the country-wide bi-annual event of protestant activists engaged in social and political initiatives and projects in Germany [in the current concept] since 1949. In 1985 the “Kirchentag” took place in the city of Düsseldorf, West Germany.
  2. “Zum Schweigen verurteilt. In Südafrika gebannt“, [„Condemned to Silence. Banned in South Africa“]; „Südafrika in den achtziger Jahren.“ [„South Africa in the 1980s“], which were information-booklets edited by: Evangelisches Missionswerk im Bereich der Bundesrepublik Deutschland und Berlin West e.V., [Hamburg 1978 | 1983], (pp. 103 | 45).
  3. Apartheid tötet – boykottiert Südafrika! [„Apartheid Kills – Boycott South Africa!“] Dokumentation der Bremischen Südafrika-Wochen (12.-27. Oktober 1979), Bremen 1980, pp. 109. (unpublished); Stelck, Edda: Politik mit dem Einkaufskorb. [„Politics with the Shopping-Bag“] Die Boykott-Aktion der evangelischen Frauen gegen Apartheid. Wuppertal: Jugenddienst-Verlag 1980. (pp. 142); “Kündigt das Kulturabkommen mit Südafrika!” [“Terminate the Cultural-Exchange Agreement with South Africa!”], Bonn | Frankfurt a.M. 1984, pp. 48
  4. Khumalo, Ben: Düsseldorfer Kirchentag 1985 – Notizen [Notes], (unpublished).
  5. The comparative discussion of models of states and societies covered the period up to the times when the Macedonians under Alexander the Great had conquered parts of the Near East from the Persians according to the accounts derived from narrations in biblical literature. The passage of Scripture 1 Chronicles 29 served as regular frame of reference.
  6. Khumalo, Notizen.
  7. Forum: Wer Unrecht sät, ernet Widerstand (Südafrikatag)”, Ruth-Alice von Bismarck, Ben Khumalo, Jürgen Schroer, in: DEUTSCHER EVANGELISCHER KIRCHENTAG DÜSSELDORF 1985, Dokumente, Herausgegeben im Auftrag des Deutschen Evangelischen Kirchentages von Konrad von Bonin, Stuttgart: Kreuz-Verlag 1985, ISBN 3 7831 0803 9, pages 551-554.
  8. Altogether 11 guests from South Africa and Namibia were among them.
  9. Not all of them were personally known to one another. They each had responded to the more or less spontaneous invitation circulated by an interest-group from Düsseldorf that had met at the Melanchthon Protestant Church-Congregation im May 1985 and had `come together to express solidarity with the peoples of South Africa and Namibia in a prayer for the end of unjust rule – the end of apartheid´. Not many of them were members of a church-congregation; the majority was, however, engaged “as Christians” in matters of solidarity for justice and peace against apartheid and were participating actively in several other gatherings on the programme of the Kirchentag. Women outnumbered men remarkably; young adults between 18 and 30 were in the majority, followed by women between 31 and 50. Party-political affiliation did not matter; most of the participants would, however, most probably vote in opposition to the politics and practices of the parties that were in government, the Christliche Demokratische Union (CDU) and the Freie Demokratische Partei (FDP). Practically each one of them supported and promoted the ongoing boycotts and sanctions-campaigns against apartheid led by the Projektgruppe Frauen für Südafrika [= Project-group Women for South Africa] of the Evangelische Frauenarbeit in Deutschland (EFD) [= Association of Protestant Women in Germany] and the Anti-apartheid Bewegung (AAB) [= Anti-Apartheid Movement]. Last, not least: Each one participated in personal capacity, not representing any organisation or institution.
  10. DEUTSCHER EVANGELISCHER KIRCHENTAG DÜSSELDORF 1985.
  11. “Zum Schweigen verurteilt. In Südafrika gebannt“, [„Condemned to Silence. Banned in South Africa“]; „Südafrika in den achtziger Jahren.“ [„South Africa in the 1980s“], which were information-booklets edited by: Evangelisches Missionswerk im Bereich der Bundesrepublik Deutschland und Berlin West e.V., [Hamburg 1978 | 1983], (pp. 103 | 45).
  12. The anti-apartheid campaigns “Kauft keine Früchte der Apartheid!” [„Buy no Fruit of Apartheid!“] and “Kündigt das Kulturabkommen mit Südafrika!” [“Terminate the Cultural-Exchange Agreement with South Africa!”] characterised the public discussion prior to the Prayer. (Stelck, Edda. Politik mit dem Einkaufskorb. Wuppertal 1980; “Kündigt das Kulturabkommen mit Südafrika!” Bonn | Frankfurt a.M. 1984); Hain, Peter. “don’t play with apartheid. the background to the Stop the Seventy Tour Campaign”. London 1971.
  13. News-agencies in southern Africa and in Western Europe had been reporting fairly frequently on violent measures by police- and military forces of the apartheid-regime in the “townships”, “homelands” and elsewhere at the latest since the school-boycotts and youth-revolts, the “Soweto Uprising”, in 1976: “During 1984 South Africa experienced the most widespread civil unrest since the Soweto Uprising in 1976. The underlying causes of the unrest were continuing dissatisfaction with `Bantu- education´, anger at the exclusion of Africans from political power, and the persistence of high inflation and deepening unemployment.” (SAIRR 1984, xvii).
  14. Lists of names of persons (127) and organisations (22) under “banning-order” or detained on political reasons and without trial (634) since 19 October 1977 had been published amongst others by Evangelisches Missionswerk im Bereich der Bundesrepublik Deutschland und Berlin West e.V. (ed.), “Zum Schweigen verurteilt. In Südafrika gebannt” [=“Condemned to Silence. Banned in South Africa”], [Hamburg 1978], (pp. 91-98).
  15. These initiated and promoted anti-apartheid campaigns including “Kauft keine Früchte der Apartheid!” [„Buy no Fruit of Apartheid!“], “Kündigt das Kulturabkommen mit Südafrika!” [“Terminate the Cultural-Exchange Agreement with South Africa!”] and “don’t play with apartheid!”.
  16. The “reform-programme” introduced by the apartheid-regime in 1982, the “tricameral parliament”-programme, aimed at expressly entrenching in the constitution the complete exclusion of the largest part of the country’s population, the Africans, from citizenship and political power and co-opting parts of the population that had up to then also been marginalized, the “Coloureds” and the “Indians” into a government controlled by “Whites”. (SAIRR 1982, 1-28).
  17. DEUTSCHER EVANGELISCHER KIRCHENTAG DÜSSELDORF 1985, 551-554.
  18. Wolfram Kistner [1923-2006], Director of the Division for Justice and Reconciliation at the SACC [1976-1988], describes and criticizes in the light of biblical teachings the “tricameral parliament”-programme in his “Report on the Cluster Justice and Society” presented to the SACC-National Conference in June 1982. Kistner’s contribution had been discussed in various groups in the anti-apartheid solidarity-movement in West Germany, so also during the Kirchentag in Düsseldorf in 1985.
  19. The conference of the Alliance of Black Reformed Christians (ABRECSA) held in Cape Town in July 1984 had among others proposed that support be given to worker- and trade-union programmes, housing, bus boycotts, and committees for refugees as well as for the welfare of detainees. It also suggested that “rejection of the new South African constitution” should be demonstrated by “the withholding of communion” from persons who had voted in the coloured- and Indian-elections. (The Star 10 July 1984; SAIRR 1984, 910-911).
  20. The more than 200 delegates attending the SACC-conference [1984] had spent considerable time on the question of population-removals. During a religious service that opened the proceedings, delegates recited aloud from a written text their pledge `to resist forced removals, to support those who resisted them, and to assist those who have suffered through them’. A resolution on the relocations was referred to the SACC’s division of justice and reconciliation for implementation and action. It called for a country-wide mobilization of Christians and supporters under church-leadership to gather at places where the removal of a community was threatened to show `sympathy, solidarity, and support and, if possible, through presence, prayer, and protest to prevent the removal´. (Race Relations Survey 1984, Johannesburg: South African Institute of Race Relations [SAIRR] 1985, ISBN 0-86982-307-8 (pp. 915-916).
  21. Controversial discussions centred on reports that the ANC had held a major consultative conference early in 1985 to review strategy and tactics – the first since the conference at Morogoro (Tanzania) in 1969 where major decisions about strategy were taken. Commentators said that issues on the agenda had included: whether conditions were ripe for the ANC to move into a phase of `peoples’ war´ where every one of its supporters engaged in political and military struggle; the extension of the ANC’s underground structures in South Africa; the formal status of white, Indian, and coloured members; and the role of workers in the Struggle. (Various reports; SAIRR 1984, 3).
  22. The ANC was reported to have allocated about $50m a year, half its budget, for its military wing, uMkhonto weSizwe (Spear of the Nation) in 1983. (Financial Mail 8 June 1984). In June [1984] Sweden announced that it was contributing R6m to the ANC in humanitarian aid, while the World Council of Churches granted R117 000 to be used for `education, information, and publicity purposes´. (Rand Daily Mail 20 September 1984). It was reported in July that the British Labour Party’s leader, Mr Neil Kinnock, promised material support to the ANC. (The Star 23 July 1984). The ANC also received humanitarian aid from a range of non-governmental organisations including Oxfam, the United Church of Canada, various Roman Catholic aid-agencies, and Scandinavian charities. (The New York Review 2 February 1984; SAIRR 1984, 1).
  23. The then prime minister, Mr P W Botha, said during a trip to western Europe in May and June [1984] that his government was prepared to talk to the ANC or any other organisation provided that it was `done constitutionally and not under the threat of violence´. The ANC discounted speculation that it would hold talks with the apartheid-government, however. (The Star 17 July 1984; SAIRR 1984, 2).
  24. In his report to the SACC-conference [1984] the general secretary, Bishop Desmond Tutu, criticised the Pope and other leaders for receiving the prime minister of South Africa’s apartheid-regime, Mr P W Botha, during Mr Botha’s visit to Europe in May and June [1984]. `Would these leaders have met with Stalin or Hitler?‘ he asked. (Ecunews June/July 1984.)
  25. The Invitation had gone by word of mouth – cell-phones and internet were not yet known those days.
  26. This reminded especially of the conference of the Alliance of Black Reformed Christians (ABRECSA) that had been held in Cape Town in July 1984 as well as of the more than 200 delegates to the annual national conference of the SACC, which had been held in Bosmont (Johannesburg) at the end of June [1984] under the theme `The God of the Poor´, – delegates who had “recited aloud … their pledge `to resist forced removals, to support those who resisted them, and to assist those who have suffered through them’”. (SAIRR 1985, p. 916).
  27. The prayer: „Vater unser im Himmel … [Our Father in heaven …]“ according to Matthew 6:5-15.
  28. Khumalo, Ben: Notizen.
  29. Repeatedly, reference was made to the hint given by Wolfram Kistner [SACC] at some stage earlier: “We concentrate primarily on the confession: `Thine is the power.´ … Today it is widely assumed that what we call `the Conclusion´ to the Lord’s Prayer is not part of the prayer itself, but the response of Christian congregations since the first centuries to the Prayer of the Lord. By this response Christians in their worship-services committed their lives to the God to whom we turn as our Father, because Jesus Christ has become our brother. They affirmed that they would rely on Him in their thinking, in their decisions and actions, particularly in situations of distress and persecution.”
  30. These included interest-groups like “Christen für Partnerschaft statt Gewalt” [“Christians for Partnership instead of Violence”], “Offensive Junger Christen” [=”Task-force of young Christians”], “Notgemeinschaft Kein Anderes Evangelium!” [=”Emergency-Society No Other Gospel!”] and the Deutsch-Südafrikanische Gesellschaft [German-South African Society].
  31. They argued similarly to those opposing the boycott- and sanctions-campaign or the support of the Special Fund of the World Council of Churches [WCC] to Combat Racism on supposedly theological reasons. (See: Stelck, Edda: Stimmen gegen den Boykottaufruf [Voices against the Call to Boycott], in: Stelck. Politik. 53-66).
  32. Khumalo, Notizen.
  33. When some insisted on `retaining´ common-ground with the average attendant of the Kirchentag by laying emphasis on “the Lord’s Prayer” and avoiding anything that might cause misunderstanding or irritation whatsoever, others sought to `bring about´ the desired consensus by appealing to and urging that apartheid be condemned unreservedly and solidarity be pledged convincingly with the peoples of South Africa and Namibia in their “Struggle” to end unjust rule. The former would be referred to as `conservative´, the latter `radical´. The conservatives argued in terms of the prevailing state of affairs in church and society, whereas the radicals opted for the perspective envisaged to replace the prevailing state of affairs in the given situation.
  34. “Senzeni na?” [= “What have we done? What crime had we committed?”], “Thuma mina!” [= “Send me!”], “Siph’ amandla, Nkosi!” [= “Give us strength, Lord!”], “Asikhathali noma s’yaboshwa …” [= “We don’t bother even when we would be detained …] and, of course, “Nkosi, sikelel’ iAfrika!” [= “Lord, bless Africa!”] were the most popular texts and tunes on the occasion.
  35. Her statement reminded of the SACC-conference [1984] that had called for a country-wide mobilization of Christians and supporters to gather at places where the removal of a community was threatened and express their `solidarity, and support and, if possible, through presence, prayer, and protest to prevent the removal´. (SAIRR 1985, 915-916).
  36. The headlines included: In July [1984] the ANC was reported to have rejected pressure from certain western powers to abandon the armed struggle and reaffirmed its commitment to combined political and military action. (Eastern Province Herald, 17 July 1984) The ANC acknowledged, however, that Mr Botha’s tour of Western Europe was a setback. Observers claimed that South Africa was conducting a major diplomatic campaign in western capitals aimed at pressurising western countries to cut diplomatic links with the ANC. (Natal Mercury, 5 May 1984).The ANC maintained diplomatic representation in about thirty capitals world-wide. During a visit to West Germany in November [1984], Mr Pik Botha, the minister of foreign affairs, said that if the ANC abandoned its `violent objectives´, there was no reason why its members could not return to South Africa to participate in the constitutional and political process. (Rand Daily Mail, 15 November 1984). Mr Botha said that the government had no objection in principle to the ANC becoming “a legitimate organisation” and taking part in the constitutional process. (Rand Daily Mail 13 November 1984; SAIRR 1984, 2)
  37. Khumalo, Notizen.