„Vom Freiheitskämpfer zum Versöhner“ – Nelson Mandela zum 100. Geburtstag

Vom Freiheitskämpfer zum Versöhner“
Nelson Mandela zum 100. Geburtstag
Ein Rundfunkbeitrag von Christoph Störmer*

Am 18. Juli feiert die Welt den 100. Geburtstag des Mannes, den die Machthaber im Apartheidstaat Südafrika 1964 als Staatsfeind Nr. 1 zu lebenslanger Haft verurteilte und der 30 Jahre später als erster frei gewählter Präsident in die Geschichte des Landes einging.

Wie konnte aus dem Rebellen und Freiheitskämpfer der große Versöhner werden, der Südafrika vor einem blutigen Bürgerkrieg bewahrte? Woher nahm Mandela seine Disziplin und Unbeirrbarkeit, seinen Mut und die gelebte Überzeugung, dass “niemand geboren wird, um einen anderen Menschen wegen seiner Hautfarbe, seiner Lebensgeschichte oder seiner Religion zu hassen”?

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Sprecher:
Es war im Frühjahr 1982. Paul McCartney, der bekannte Beatles-Komponist, veröffentlichte gemeinsam mit dem US-amerikanischen Sänger Stevie Wonder „Ebony and Ivory“. Innerhalb weniger Monate kletterte das Lied in England, den USA und in Deutschland an die Spitze der Hitparaden. Ebony and Ivory, also Ebenholz und Elfenbein, symbolisieren das perfekte Zusammenspiel der schwarzen und weißen Klaviertasten. Ein schönes Gleichnis. Wer hinhört, erkennt sofort den antirassistischen Appell, der direkt auf das System der Apartheid in Südafrika zu zielen schien. Sogar ein Gebetsruf wird angestimmt:

Zitatorin:
“Ebony and ivory live together in perfect harmony Side by side on my piano keyboard, oh Lord, why don’t we?”

Zitatorin (Übersetzung):
„Ebenholz und Elfenbein leben in perfekter Harmonie
Seite an Seite auf meinem Piano-Keyboard, o Gott, warum tun wir das nicht?“

Sprecher:
In Südafrika stand das Lied auf dem Index, es durfte im Radio nicht gespielt werden. Offizielle Begründung: Stevie Wonder, bekannt auch als schwarzer Bürgerrechtler, hatte einen renommierten Musikpreis angenommen – „im Namen Nelson Mandelas“.

Frühjahr 1982. Nelson Mandela ist zu diesem Zeitpunkt bereits 18 Jahre inhaftiert – auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island nahe Kapstadt. Man wollte ihn dauerhaft verbannen und komplett aus der Erinnerung tilgen.

Doch der Kämpfer gegen die Apartheid verlor während der insgesamt 27-jährigen Haft nicht an Popularität, im Gegenteil. Er wurde zum berühmtesten politischen Gefangenen der Welt. Zum einen war das seiner Frau Winnie Mandela zu verdanken – sie starb im Frühjahr dieses Jahres: Sie hatte der Regierung unerschrocken die Stirn geboten und unermüdlich Mandelas Freilassung gefordert.

Zum anderen hatte Mandelas vorerst letzte öffentliche Rede großen Eindruck hinterlassen. Er, der erste schwarze Anwalt Südafrikas, hatte im Rivonia-Prozess 1964 darauf bestanden, das Schlussplädoyer der Verteidigung selbst zu halten.

Einen großen Teil dieser Rede widmete Mandela der materiellen Not der Schwarzen, die fast 80 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Aufgrund der Rassentrennung verblieben ihnen jedoch nur 17 Prozent des Landes. Die Forderung nach gesellschaftlicher Teilhabe und freien Wahlen machte der weißen Minderheit Angst. Mandela wörtlich:

Zitator:
„Sie lässt den weißen Mann die Demokratie fürchten. Aber diese Furcht darf der einzigen Lösung nicht im Wege stehen, die Harmonie zwischen den Rassen und Freiheit für alle garantiert. … Die politische Trennung nach Hautfarbe ist völlig willkürlich, und wenn sie verschwindet, wird auch die Dominanz einer Hautfarben-gruppe über die andere verschwinden.“

Sprecher:
Am Schluss wandte sich Mandela direkt an den vorsitzenden Richter – mit Sätzen, in denen er sich im Sinne der Anklage als schuldig bekannte, mit einem Credo, das sein Vermächtnis hätte werden können:

Zitator:

„Mein höchstes Ideal ist eine freie und demokratische Gesellschaft, in der alle in Harmonie und mit gleichen Chancen leben können. Ich hoffe, lange genug zu leben, um dies zu erreichen. Aber, Mylord, wenn nötig, ist dies ein Ideal, für das ich zu sterben bereit bin.“

Sprecher:
Mandela hatte den Spieß umgedreht, seine Rede wurde zur Anklage und Abrechnung mit der Apartheidpolitik. Das Presse-Echo machte Mandela schlagartig weltberühmt. Die Regierung wollte Mandela nicht zum Märtyrer machen. Das gab den Ausschlag, ihn und die anderen führenden Köpfe des ANC, des Afrikanischen Nationalkongresses, zu isolieren.

Der Gefangene erlebte auf Robben Island die totale Isolation. Keine Zeitung. Kein Radio. Briefe wurden zensiert oder gar nicht ausgehändigt, Besuche waren in den ersten zehn Jahren nur halbjährlich möglich, für jeweils 30 Minuten. Mandelas Zelle maß etwas mehr als 5 Quadratmeter, als Toilette diente ein Blecheimer mit Deckel. Die Gefangenen wurden mit willkürlichen Appellen schikaniert, entwürdigend und gefährlich war das Arbeiten im Steinbruch. Nur ganz langsam ließen sich Verbesserungen erkämpfen. Es dauerte ganze 21 Jahre, ehe Mandela bei Besuchen auch nur die Hand seiner Frau berühren durfte.

Wie hat er das ausgehalten? Woher nahm er die Entschlossenheit, sich beharrlich und erhobenen Hauptes gegen die alltäglichen Demütigungen zu wehren?

Ein Schlüssel liegt sicher in seiner Kindheit. Man könnte meinen, dass ihm schon bei der Geburt am 18. Juli 1918 ein rebellischer Geist in die Wiege gelegt worden war. Sein Vater gab ihm den Namen Rolihlahla, was „am Ast eines Baumes ziehen“ heißt und umgangssprachlich „Unruhestifter“ bedeutet. Den Namen „Nelson“ bekam er erst mit der Taufe und dem Schulbeginn an einer englisch geprägten Methodistenschule. Übrigens blieb er zeitlebens Mitglied dieser Kirche. Nach dem frühen Tod des Vaters – Mandela war gerade neun – wurde er vom Stammesoberhaupt der Thembu adoptiert.

Innerhalb dieses Stammes gehörten die Mandelas zum Madiba-Clan, benannt nach einem Thembu-König aus dem 18. Jahrhundert. Das ist insofern interessant, als viele Bewunderer den späten Mandela respektvoll mit „Madiba“ ansprachen, was in Xhosa so viel wie „der Füller von Gräben“ oder „Versöhner“ heißt.

Doch als junger Mann zeigte sich Mandela rebellisch. Sein Drang nach Freiheit, Würde und Selbstbestimmung war größer als seine Bereitschaft, sich der Tradition unter-zuordnen. Er riskierte den Bruch mit seiner Familie, als er es wagte, vor der bereits arrangierten Zwangsverheiratung nach Johannesburg zu fliehen. Erst dort wurde er mit der ganzen Brutalität der Rassentrennung konfrontiert.

In seiner Autobiographie „Der lange Weg zur Freiheit“ schreibt er rückblickend:

Zitator:
„Ich kann nicht genau angeben, wann ich politisiert wurde … Ich hatte keine Erleuchtung, keine einzigartige Offenbarung, keinen Augenblick der Wahrheit; es war eine ständige Anhäufung tausender Dinge, tausender Kränkungen …, die Wut in mir erzeugten, das Verlangen, das System zu bekämpfen, das mein Volk einkerkerte. Da war kein bestimmter Tag, an dem ich mir sagte, von nun an will ich mich der Befreiung meines Volkes widmen, stattdessen tat ich es einfach, weil ich nicht anders konnte.“

Sprecher:
Er tat es einfach. Je mehr die seit 1948 regierende National-Party die Vorherrschaft der Weißen mit Apartheid-Gesetzen absicherte, desto entschlossener wurde der Widerstand Mandelas und des ANC, zu dessen führenden Köpfen er avanciert war. Immer wieder wurde er inhaftiert oder unter Bann oder Hausarrest gestellt, was ihn nicht daran hinderte, weiterhin friedliche Massenproteste zu organisieren. Diese wurden immer öfter brutal niedergeschlagen.

Als ein Wendepunkt in der Geschichte Südafrikas gilt der 21. März 1960: In Sharpeville endete der gewaltfreie Protest Tausender Schwarzer gegen die diskriminierenden Passgesetze mit einem Massaker, 69 Menschen starben im Kugelhagel der Polizei. Es war einer der vielen vergeblichen Versuche, die Regierung mit Streiks und Aktionen zivilen Ungehorsams zur Gründung einer nicht-rassistischen Republik zu bewegen. Stattdessen wurde der ANC verboten, Südafrika verwandelte sich in einen Polizeistaat. Mandela schreibt in seiner Biographie:

Zitator:

„Wenn die Reaktion der Regierung darin besteht, mit nackter Gewalt unseren gewaltlosen Kampf zu zermalmen, so werden wir unsere Taktik zu überdenken haben.“

Sprecher:
Die Zeit der friedlichen Umwälzungsversuche war beendet. Im Dezember 1961 wurde Mandela Anführer des bewaffneten Flügels des ANC, „Speer der Nation“, der beschloss, Sabotageakte durchzuführen. Mandela tauchte in den Untergrund ab, zeitweise war er auch im Ausland, um Unterstützung für den Freiheitskampf zu mobilisieren. Im August 1962 wurde er verhaftet, es kam zum „Rivonia“-Prozess, bei dem Mandela 1964 die bereits erwähnte Rede hielt, die später unter dem Titel „ I am prepared to die“ in die Geschichtsbücher eingehen sollte.

Eine Frage drängt sich in diesem Zusammenhang auf: Wie hat Mandela die schier endlos lange Zeit der Haft, mehr als 25 Jahre, überstanden, ja sich darin sogar entwickelt zu einem Mann mit großem Charisma? Manche Menschen formt das Gefängnis, sagte Mandela später einmal, manche zerbricht es. Ihn haben die Jahre zweifelsohne geformt. Fünf Faktoren scheinen dafür wesentlich: Erstens die unglaubliche Disziplin Mandelas. Er, der in früheren Jahren zeitweise eine Boxerkarriere plante, begann jeden Tag frühmorgens mit einer Stunde Sport. Selbst in der kleinen Zelle joggte er eine halbe Stunde auf der Stelle, machte 100 Liegestützen, 50 Sitzbeugen und andere Übungen.

Zitator:
„Ich war immer überzeugt, dass Bewegung nicht nur der Schlüssel zu körperlicher Gesundheit ist, sondern auch zum Frieden der Seele.“

Sprecher:
Zweitens die mentale Klarheit, das Vertrauen in die Kraft des Wortes. In den aussichts-losesten Momenten seiner Haft rezitierte er für sich und seine Mitgefangenen immer wieder ein Gedicht des britischen Schriftstellers William Ernest Henley. Der Titel „Invictus“, also „Unbezwungen“, „Unbesiegt“, wurde auch für eine der Kino-Verfilmungen von Mandelas Vita benutzt. Das Gedicht endet mit den Zeilen:

Zitatorin:

„It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.”
Zitatorin (Übersetzung):
„Es zählt nicht, wie eng das Tor ist,
wie belastet mit Strafen die Dokumente,
Ich bin der Meister meines Schicksals,
Ich bin der Kapitän meiner Seele.“

Sprecher:
In seiner Autobiographie lesen wir:

Zitator:
„Ich habe festgestellt, dass man das Unerträgliche ertragen kann, wenn man die Stärke seines Geistes bewahren kann, auch dann, wenn der Körper gefordert wird.

Sprecher:
Ein dritter Faktor, der Mandela stärkte und veränderte, war stete Bildung und Fort-bildung. Bücher und Zeitschriften unterlagen zwar einer strengen Zensur. Doch Mandela las alles, was er in die Hände bekam. Antike Literatur, Shakespeare – viele Stücke wurden im Gefängnis zur Aufführung gebracht – , die Geschichte der Buren, Mandela erlernte sogar das bei Schwarzen verhasste Afrikaans.
Was Mandela viertens rettete, war: der Garten.

Zitator:
„Während meiner Haft auf Robben Island hatte ich die Behörden von Anfang an um die Erlaubnis gebeten, auf dem Gefängnishof einen Garten anzulegen.“

Sprecher:
Mandela baute Tomaten, Chilis und Zwiebeln an, bestellte Bücher über Gärtnerei und Pflanzenzucht. Er schreibt:

Zitator:

„Einen Samen in die Erde zu legen, ihm beim Wachsen zuzusehen, die Pflanze zu pflegen und dann zu ernten bot eine einfache, aber dauerhafte Zufriedenheit. Das Gefühl, der Verwalter dieses kleinen Stückchens Erde zu sein, beinhaltete einen Hauch von Freiheit.“

Sprecher:
Mandela pflegte fünftens eine besondere Form der Kommunikation auf allen Ebenen, im Gespräch bleiben, dem anderen zuhören, die Bedürfnisse und Ängste auch der brutalsten Aufseher erkennen – und darauf antworten. Er beschreibt diesen Stil in seiner Autobiographie so:

Zitator:

„Um mit einem Gegner Frieden zu schließen, muss man mit ihm zusammenarbeiten, und der Gegner wird dein Freund.“

Sprecher:
Mandela trug sein Christsein nicht auf den Lippen, sondern im Herzen. Er praktizierte Feindesliebe, besser: „Entfeindungsliebe“, wie der jüdische Theologe Pinchas Lapide einmal das Gebot Jesu übersetzte. Entfeindung ist nichts Naives oder Romantisches, sondern harte Arbeit, an sich selbst und mit anderen. Sie ist pragmatisch und „Not wendend“. Das bezeugen viele Mithäftlinge und ehemalige Gefängnisbedienstete. Viele entwickelten Hochachtung und Sympathie für ihn, mit manchen blieb er in Freundschaft verbunden. Mandela ist in der Haft gereift. Als sich Anfang 1990 schließlich die Gefängnistore für ihn öffnen, ist er ein wahrhaft freier Mann, auch in dem Sinne, wie er selber es einmal formulierte: „Wer Hass verspürt, kann nie frei sein“. Aus Rolihlahla, dem Unruhestifter, war über die Jahre Madiba, der Versöhner, geworden.

Doch Mandela wollte nicht Versöhnung um jeden Preis. In den letzten zehn Jahren seiner Gefangenschaft wurde ihm mehrmals Haftentlassung angeboten – doch stets war sie an Bedingungen geknüpft. Weltweite Resonanz fand der Brief, den Mandelas Tochter Zindzi 1985 im Ellis-Stadion von Soweto verlas, die Antwort ihres Vaters auf das entsprechende Angebot von Präsident Botha. Es war Mandelas erste öffentlich gemachte Botschaft seit seinem Haftantritt. Darin heißt es:

Zitator:

„Ich bin überrascht über die Bedingungen, welche die Regierung mir auferlegen will. Ich bin kein gewalttätiger Mensch. … Botha soll zeigen, dass er anders ist als seine Vorgänger. Er soll auf Gewalt verzichten. Er soll sagen, dass er die Apartheid abschafft. Er soll alle befreien, die wegen ihrer Opposition gegen die Apartheid gefangen, verbannt oder im Exil sind. Er soll freie politische Aktivität garantieren, damit die Menschen entscheiden können, wer sie regieren soll. … Nur freie Menschen können verhandeln. Gefangene können keine Verträge schließen. Ich kann und werde nichts unternehmen, solange ich und ihr, das Volk, nicht frei seid. Eure Freiheit und meine Freiheit sind nicht zu trennen. Ich werde wiederkommen.“

Sprecher:
Und er kam wieder. Doch das dauerte – fünf weitere Jahre, mit zähen und geheimen Verhandlungen, ehe Mandela, nach Aufhebung des ANC-Verbots, freikam, ohne Bedingungen. Inzwischen war Präsident Botha von Frederik Willem de Klerk abgelöst worden, mit dem Mandela dann die ersten freien Wahlen Südafrikas verhandelte, aus denen er 1994 als Sieger hervorging.

Doch zuvor stand Südafrika jahrelang am Rande eines Bürgerkrieges. Bewusst wurde von Hardlinern der Apartheid Gewalt zwischen verschiedenen Ethnien der schwarzen Bevölkerung geschürt und mit Waffen und Geld befeuert.

Stephan Bierling, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Regensburg und Südafrika-Experte, legte Anfang dieses Jahres ein umfängliches Mandela-Buch vor. Darin heißt es:

Zitator:
„In einer Zeit, in der Putin und Erdogan ihre Demokratien zu Diktaturen umbauen, in der Assad seine Bürger mit Giftgas und Fassbomben massakriert, in der Le Pen und Trump ihre Gesellschaften spalten und radikalisieren, erscheint die Leistung Mandelas, sein Land vom Abgrund des Bürgerkrieges zurückgerissen, verfeindete Gruppen versöhnt und eine multirassische Gesellschaft propagiert zu haben, umso gewaltiger. Wie es ihm gelang, Südafrika vor einem Schicksal wie in Syrien zu bewahren, ist das große Thema dieses Buchs. Selbstverständlich war dieses Ergebnis nicht, nicht einmal wahrscheinlich. Doch ist es nicht das, was große Staatsmänner definiert: das Unwahrscheinliche, das Unvorstellbare wahrscheinlich und vorstellbar zu machen?“

Sprecher:
Ebony and Ivory live together in perfect harmony – es gab zu Beginn des neuen Südafrikas tatsächlich Sternstunden, in denen sich dieser Traum erfüllte. Im Land am Kap der guten Hoffnung leben nicht nur Schwarze und Weiße, sondern viele andere Einwanderer- und Stammeskulturen. Es war Erzbischof Desmond Tutu, 1996 bis 1998 Vorsitzender der „Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission“, der damals den Begriff „Rainbow Nation“, „Regenbogennation“, prägte – das Hoffnungsbild eines farben-frohen, multiethnischen Südafrikas. Nelson Mandela nahm den Begriff „Rainbow Nation“ in seiner Amtszeit auf:

Zitator:
„Jeder von uns ist aufs engste mit dem Boden dieses schönen Landes verbunden (wie der berühmte Jacaranda-Baum Pretorias und der Mimosen-Baum des Buschlands) – eine Regenbogennation in Frieden mit sich und der Welt.“

Sprecher:
Davon ist Südafrika heute, fünf Jahre nach Mandelas Tod, leider weit entfernt. Wenn sich die Welt in der kommenden Woche seines hundertsten Geburtstags erinnert, wird man Nelson Mandela schmerzlich vermissen. Doch vielleicht, so Stephan Bierling in seinem Buch, kann er „erneut zu einer moralischen Instanz für Südafrika werden, die er zu seinen Lebzeiten war – und die er international noch immer ist.“

Barack Obama jedenfalls, ehemaliger US-Präsident, setzte ein Zeichen: Als Reaktion auf die rechtsextremen Ausschreitungen in Charlotteville im August vergangenen Jahres twitterte er ein Zitat Mandelas, das millionenfach angeklickt und zum meistgelikten Eintrag in der Geschichte des Kurznachrichtendienstes wurde:

Zitator:

„Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen wegen seiner Hautfarbe, seiner Lebensgeschichte oder seiner Religion zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen, und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann man sie auch lehren, zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.“

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*Christoph Störmer, Theologe und Diplom-Pädagoge; von 2002 bis 2015 Hauptpastor an Hamburgs
ältester Hauptkirche St. Petri; NDR Kultur Glaubenssachen, 15.07.2018
**Buchhinweis: Stephan Bierling: Nelson Mandela. Rebell – Häftling – Präsident, C.H.Beck Verlag

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