Die Würde des Menschen

… dass der Mensch dem Menschen wieder Mensch werde!

Ich grüße euch,

mitten unter uns – in Berlin – keineswegs nur im Kongo, im Nahen Osten oder am fernen Hindukusch, tun Menschen sich fast täglich gegenseitig Gewalt an. Es ist bedrückend.

Darum bedeuten auch die herausragenden Ereignisse dieser Tage, wie die Vereidigung Barak Obamas, des ersten Präsidenten schwarzer Hautfarbe der Weltmacht USA eine unmittelbare Herausforderung, die Unantastbarkeit der Würde eines jeden Menschen zu schützen. Die gleich von ihm in die Wege geleitete Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo, des Inbegriffs primitivster Unmenschlichkeit, könnte eine erste Antwort sein.

Das Jahr 2009 gibt verschiedentlich Anlass dazu, ein neues Blatt aufzuschlagen, denn es ist ein Jahr vieler besonderer Gedenktage:

  • Wir erinnern uns, dass die Nachkriegsdemokratie in Deutschland 60 Jahre alt wird.
    Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet und der erste Bundespräsident gewählt. Im September konstituierten sich der erste Deutsche Bundestag und der Bundesrat; der erste Bundeskanzler bildete seine Regierung. Vor 60 Jahren gründete sich auch die Deutsche Demokratische Republik (DDR).
  • Wir erinnern uns in diesem Jahr aber auch daran, dass das von Deutschland ausgehendes Unrecht und Staatsterror tiefe Wunden hinterlassen haben.
    Vor 70 Jahren, am 1. September 1939, überfiel Nazi-Deutschland Polen. Der zweite Weltkrieg begann, der die Welt erschütterte und 20 Millionen Menschen das Leben kostete.

Seit 60 Jahren gilt bei uns: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Angesichts mancher nach wie vor auch bei uns vorhandener Verletzungen der Menschenrechte frage ich mich: Wie kann es uns besser gelingen, selbstverständlich gewaltfrei miteinander zu leben? Wie weit werden wir damit in weiteren 60 Jahren sein?

Während ich mir diese Gedanken mache, ist mir meine zweite Heimat, die junge Demokratie am Kap der Guten Hoffnung, stets vor Augen. Ich bin gespannt, wie die Menschen in Südafrika das Jahr 2009 mit seinen anstehenden Parlamentswahlen erleben und wie auch dort die Würde eines jeden Menschen tatsächlich unantastbar wird.

Ben
24. Januar 2009

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