isiZulu/Deutsch: Friedensangebote vor den Toren Sodoms

ubuNzima bokuZama ukuNqoba uBubi ngokweNza okuHle

Von der Schwierigkeit, das Böse mit Gutem zu überwinden
– von Klaus Eulenberger* –

IZaba zokuXolelana nokuBuyisana emaSangweni aseSodoma
UbuNzima bokuZama ukuNqoba uBubi ngokweNza okuHle
– nguKlaus Eulenberger* –

>> Deutsch
>> isiZulu

Autor:
Abraham, der biblische Patriarch, kommt aus den Tiefen einer unbestimmten Vorgeschichte. Noch wird er Abram („Erhabener Vater“) genannt, als eine Stimme zu ihm sagt: Geh fort aus deiner Heimat, zieh in ein Land, das ich dir zeigen werde. Und dann: „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“[1Mose/Genesis 12,2] So spricht nur Gott.

Im weiteren Verlauf der Geschichten von Abram-Abraham entfaltet sich das Segensmotiv. Einen ersten markanten Punkt setzt die Erzählung von einem Konflikt zwischen Abram und seinem Neffen Lot. Beide sind mit ihren Viehherden in ein Gebiet westlich des Jordans gezogen. Dort wird es eng, zu eng für alle. Die biblische Geschichte im 1. Buch Mose  erzählt:

Umlobi:
UAbhraham, lo mnumzana okuxoxwa ngaye ebhaybhelini, uvela emajukujukwini omlando wasemandulo ongaqondakalisisi. Usaziwa ngelithi Abhram [„uBaba ohloniphekile“] ngenkathi izwi elithile lithi kuye: Phuma ulishiye elakini, uye ezweni engiyokukhombisa lona. Lithi-ke: „Ngiyokubusisa; uyoba yisibusiso.“ NgoPhezukonke kuphela okhuluma kanjalo.

Ngokuqhubeka kokuxoxwa ngoAbham-Abhraham siya ngokusombuluka lesi sisho esiphatha isibusiso. Isigigaba sokuqala sixoxa ngengxabano phakathi kukaAbhram nendodana yomnewabo, uLothi. Bakade bewukelé esifundeni esingasentshonalanga nomfula iJoldani, lowo nalowo nemfuyo yakhe. Yancipha indawo, yabanciphela bonke. Ingxoxo ebhaybhelini encwadini uGenesisi ithi:

Sprecherin:
„Das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten; denn ihre Habe war groß, … und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh.“

Oxoxayo:
„Kwakungasemnandi emphakathini ukuqhubeka kwabo bakhelene, ngoba imfuyo yabo yayisiningi … kwakuhlala kuxatshanwa phakathi kwabelusi bemfuyo kaAbhram nabemfuyo kaLothi.“

Autor:
Abram, der Onkel von Lot, macht dem Jüngeren einen Vorschlag zur Güte:

Umlobi:
UAbhram, owelamana noyise kaLothi, wamnika isu lo mfana, ukuze kuboniswane:

Sprecherin:
„Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir … Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.“

Oxoxayo:
„Akungaveli ingxabano phakathi kwami nawe … Ubanzi umhlaba, uvulekile! Yehlukana nami! Uma uqonda kwesokunxele, ngiyophambukela kwesokudla; uma uya kwesokudla, ngiye kwesokunxele.“

Autor:
Lot besieht sich die Gegend und kommt zu dem Schluss, dass seine Herden und damit auch er und seine Familie es in der Nähe des Jordans besser haben werden, des Wasserreichtums wegen. Also entscheidet er sich dafür, nach Osten zu ziehen. Abram zeigt sich großmütig und ist einverstanden. Der Grund für einen Dauerkonflikt ist aus der Welt geschafft. Aber damit ist nicht alles gut. Es gibt zu viel Störendes, zu viel Unruhe in der Erzählung. In ihrer Tiefe grummelt es. Im Text wird – fast beiläufig – vermerkt:

Umlobi:
ULothi wasihlola isifunda, wathatha isinqumo sokuthi imfuyo yakhe kanye naye nabomuzi wakhe bazohlala ngasemfuleni iJoldani, ngenxa yokuba khona kwamanzi enele. Waqonda empumalanga-ke. UAbhram wavumelana nalokho ngesihle. Isizathu sezingxabano ezingapheli sesiqediwe ngalokho. Phinde! Kusekhona okusathikamezayo; kunokuxozoma okukhona endabeni. Enzulwini yayo kumanyukunyuku. Engxoxweni iphathwa ngokushalazelwa-nje leyo, kuthiwe:

Sprecherin:
„Es wohnten auch zu der Zeit die Kanaaniter und Perisiter im Lande.“

Oxoxayo:
„Kwakwakhé abaseKhenani namaPherisitha kulelo zwe ngalezo zikhathi.“

Autor:
Warum werden die vorisraelitischen Völker Palästinas erwähnt? Doch wohl, weil sie schon lange dort sind, wohin Abram und Lot jetzt kommen. Sie werden auf Dauer kaum zusehen wollen, wie Fremde das Land unter sich aufteilen, das sie als ihr Land ansehen. Schon hier deutet sich an, was die Verhältnisse in Israel und Palästina bis heute bestimmt. – Aber die segensreiche Einigung zwischen Abram und Lot hat noch eine andere Trübung. Sie steckt – auf den ersten Blick kaum erkennbar – in den beiden letzten Sätzen der Erzählung:

Umlobi:
Kukhulunywa ngezizwe ezazakhé ePhalestina ngaphambi kwesakwaIzrayeli.
Kudala zazikhona lapho oAbhram noLothi beya khona. Azizukubukelela-nje abokufika bephana ngezwe lazo, behlukaniselana. Kubonakala lapha okuphathelene nesimo kwaIzrayeli nasePhalestina namuhla. – Isu lokuxolelana nokubuyisana phakathi kukaAbhram noLothi linesinye isici futhi. Sisemishweni emibili yokuqala yale ngxoxo, sibekwé ngendlela enganakekile-nje:

Sprecherin:
„Lot zog mit seinen Zelten bis nach Sodom. Aber die Leute von Sodom waren böse und sündigten sehr gegen den HERRN.“ [1. Mose 13, 6-13.]

Oxoxayo:
„Wathutha namathende akhe uLothi waqhubekela eSodoma. AbaseSodoma babonakele, beyizoni, bephila ngokuphambene nentando yoPhezukonke.“ [uGenesisi 13, 6-13]

Autor:
Sollte der gewitzte Lot doch keine gute Wahl getroffen haben? Man wird noch hören von der Stadt Sodom und ihren Bewohnern. Vorerst ist nur unbestimmt von ihrer Bosheit die Rede. Wenn Lot mit seinen Herden in der Nähe der Stadt siedelt – und dann wohl auch ein Haus dort baut –, ist zu befürchten, dass er irgendwie in diese Bosheit hineingezogen wird. Und das geschieht tatsächlich. Es fängt scheinbar harmlos an mit einer Begegnung im Stadttor.

Umlobi:
Lahlangana nezimbila zithutha iqili, uLothi! Isazoxoxwa eyaseSodoma nabakhona. Kusaxwayiswa-nje ngokungetheni ngokonakala kwabo. Uma uLothi nemihlambi yakhe esondela kulo muzi, akha, ezinza khona, kungenzeka agcine esedonselwe wangena kulobo bonakali. Nje-ke; kwagcina kanjalo. Kuqala-nje kunganakekile esangweni lomuzi.

Sprecherin:
„Es kamen zwei Männer am Abend nach Sodom … und als Lot sie sah, stand er auf im Tor, ging ihnen entgegen und neigte sich bis zur Erde und sprach: Liebe Herren, kehrt doch ein in mein Haus und bleibt über Nacht.“

Oxoxayo:
„Kwafika abesilisa bebabili ngokuhwalala eSodoma … wathi uma ebabona uLothi engasesangweni, wasukuma, wahlangabezana nabo, wakhuleka ngokukhothama aze athinte phansi, wathi: Banumzana abathandekayo, phambukelani kwami, niyofihla khona ikhanda okwanamuhla.“

Autor:
Sie gehen mit ihm und werden bewirtet. Ehe man sich zur Ruhe legt, rotten sich draußen vor der Tür Männer der Stadt zusammen und verlangen, dass Lot – der ja selbst als Fremder in die Stadt gekommen war – die beiden Gäste herausgibt. „Wir wollen uns über sie hermachen“, drohen die Burschen. Aber das Gastrecht ist heilig. So trifft Lot eine unheimliche Entscheidung. Er bietet den Männern draußen seine beiden Töchter an, die noch unberührt seien. Mit denen könnten sie tun, was sie wollten. Bevor es aber dazu kommt, schlagen die beiden Gäste – es sind Boten Gottes, wie sich herausstellt – den Mob mit Blindheit, so dass die böse Geschichte ein einigermaßen glimpfliches Ende nimmt. Aber man weiß nun, wozu die Bewohner Sodoms fähig sind.

Und versteht, dass der Name ihrer Stadt bis heute für eine Zusammenballung von Unmoral, Unzucht und Gewalttätigkeit steht. Gerade noch haben wir uns an einer gütlichen Einigung erfreut. Eine schöne, helle Geschichte: ein Friedensangebot vor den Toren Sodoms, durch das ein drohendes Böses in Gutes verwandelt wurde. Auf einmal wird auf derselben Bühne ein anderes Stück inszeniert: ein Drama voller enthemmter sadistischer männlicher Willkür. In den Erzählungen des 1. Buches Mose zieht die „böse“, sündige Stadt den Zorn Gottes auf sich. Und damit kommt Lots Onkel wieder ins Spiel.

Inzwischen hat Abram einen neuen Namen erhalten. Er heißt nun Abraham, was man übersetzen könnte mit Vater einer Menge. Ein kinderreicher Mann, ja, ein Vater vieler Völker werde er sein, hat Gott ihm zugesagt.

Ihn, den Herausgehobenen und Gesegneten, lässt der HERR nun wissen, er werde prüfen, ob es stimme, was über die Leute in der Stadt gesagt wird: „dass ihre Sünden sehr schwer sind“. Wenn dem so sei, dann … Gott spricht es nicht aus, aber die Drohung hängt in der Luft: Dann werde er Sodom verderben. Den Ort und alles, was in ihm lebt, vom Erdboden verschwinden lassen.

Bevor das aber tatsächlich geschieht, tritt Abraham, der gesegnete Mann, dem Verderber entgegen. Er versucht, Gott in seiner Absicht zu verunsichern. Die Erzählung schildert es so, als verhandelten zwei Männer von Angesicht zu Angesicht miteinander.

Umlobi:
Baphelekezelana, bangena, baphathwa kahle. Ngaphambi-nje kokuthi balale, kwabuthana isixuku samadoda namabhungu nezinsizwa ebaleni, zithi kuLothi – naye owayekade engowokufika kule ndawo – akawakhiphele lezi zivakashi. „Sifuna ukuzibhebha“, kumemeza amadoda omuzi. Isivakashi asilokothwa, umthetho usho njalo. ULothi usethatha isinqumo esinzima. Ucela la madoda ukuthi okungenani akawanike amadodakazi akhe omabili, izintombi nto, azenzele kuwo ngokuthanda kwawo. Ngaphambi kokuthi kuze kwenzeke lokho, izivakashi lezi – izithunywa zoPhezukonke – zasidida savaleka amehlo isixuku ebaleni, yaphelela emoyeni leyo ndaba. Kwaphinda kwavela obala ngalokho ukuthi bonakele kanjani abaseSodoma.

Kuze kube namhla lokhu igama lomuzi waseSodoma liziselwa inhlanganisela yobubi nobuqili nobudlova. Besisajatshuliswé yizaba zokuxolelana nokubuyisana – indaba ethokozisayo emasangweni aseSodoma, exoxa ngokunqandeka kolaka ngokudaleka kwesu lokubonelelana. Khona lapho-nje, kulelo shashalazi, sekubheduka ingxaki-nje: insambatheka yobudlova babadlwenguli. Engxoxweni kuGenesisi lo muzi „owonakele“, umuzi wezono iSodoma uziholela ulaka loPhezukonke. Yingakho eseqhamuka futhi umnewabo kayise kaLothi.

Muva-nje uAbhram usenegama elisha. UsenguAbhraham manje, okungukuthi nguYise weningi. Uyakuba nozalo olukhulu, abe nguyise wezizwe eziningi, kusho oPhezukonke emethembisa.

UAbhraham, okhethiweyo wabusiswa, oPhezukonke umazisa ukuthi ufuna ukuhlola ukuthi kuyiqiniso na ukuthi abaseSodoma „izono zabo zinzima ngokwedlulele“. Uma kunjalo-ke, … oPhezukonke akawuqedeli umusho wakhe, kodwa ulaka olungase lubehlele luyazizwakalela: seliyobhubha iSodoma – umuzi wonke nakho konke okuphila kuwo kuyoshabalala ebusweni bomhlaba.

Ngaphambi kokuba kwenzeke lokho, uAbhraham, indoda ebusisekileyo, wasukuma, wabhekana noMbhubhisi. Uyazama uAbhraham ukumkhipha uSomandla kule ngqondo yakhe. Engxoxweni kuba sengathi kukhuluma amadoda amabili ebhekene ubuso nobuso, eqwagayisana.

Sprecherin:
„Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um der fünfzig Gerechten willen, die darin wären? Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten?“

Oxoxayo:
„UAbhraham wema phambi kweNkosi, wasondela kuyo wathi: Ufuna ukubhubhisa olungileyo kanye nabonakele? Kungenzeka ukuthi kunabangamashumi amahlanu abalungileyo kulo muzi; ufuna ukubabhubhisa, ungawuthetheleli lo muzi ngenxa yabangamashumi amahlanu abalungileyo okungenzeka ukuthi bakhona? UMahluleli woMhlaba angehlulele kulokho ngokulunga?

Autor:
Ich glaube, es ist das einzige Mal in der Bibel, dass ein Mensch Gott so unmittelbar und so selbstbewusst entgegentritt. Indem er sich mutig und gewitzt einmischt, verhält sich Abraham wie ein Bittsteller, der genau um den unendlichen Abstand zu dem großen Herrn weiß. Er betont die Differenz sogar noch, indem er von sich sagt, er sei Erde und Asche. Aber das ist ebenso schlau, wie wenn er den Richter aller Welt auf dessen Pflicht hinweist, gerecht zu urteilen. Denn hat der ihn nicht gesegnet? Ihn, Abraham, den Wurm?

Tatsächlich lenkt Gott ein: Sollte sich zeigen, dass es fünfzig Gerechte in Sodom gibt, werde er die Stadt nicht verderben.

Abraham wird kühner: Es könnte sein, sagt er, dass es fünf weniger als fünfzig sind. Am Ende hat Abraham, mutig und demütig zugleich, die Quote der Gerechten auf zehn heruntergehandelt. Gott verspricht:

Umlobi:
Sengathi kuyaqala kuyagcina ebhaybhelini ukuthi umuntu abhekane noPhezukonke ngokuzazi ngokungaka. Ekukhombiseni kwakhe isibindi nobuhlakani, uAbharaham uziphatha njengoncengayo, ezazela ngebanga elikhulukazi iNkosi eqhelé ngalo kuye. Uyabufakazisa ubude balelo banga ngokuthi athi yena uwuthuli nomlotha-nje; kodwa lokho kuwubuhlakani obufana nokukhumbuza kwakhe uMehluleli woMhlaba ngokuthi kubhekeké ukuthi ahlulele ngokulunga. Ingani phela nguye owambusisa – ebusisa yena uAbhraham, isicabucabu!

Vumiyane oPhezukonke: Uma kutholakala ukuthi kunabangamashumi amahlanu eSodoma abalungileyo, awukubhujiswa umuzi.

UAbhraham uzama ukumhlakaniphela: Kungenzeka ukuthi kwesweleka abahlanu-nje kuhlangane amashumi amahlanu. Ekugcineni uAbhraham, ngesibindi nangokuzithoba, wasibeka kwabalishumi abalungileyo isibalo okwavunyelwana ngaso. OPhezukonke wethembisa wathi:

Sprecherin:
„Ich will die Stadt nicht verderben, wenn man zehn Gerechte in ihr findet. – Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.“ [1. Mose 18,22b-33]

Oxoxayo:
„Angiyukuwubhubhisa lo muzi uma kutholakala kuwo abayishumi abalungile. Wasuka wahamba oPhezukonke eseqedile ukukhuluma noAbhraham, noAbhraham waphenduka, waphindela kwakhe.“ [uGenesisi 18,22b-33]

Autor:
Auch in dieser Szene also bringt ein Gesegneter eine potentiell segensreiche Wendung zustande. Aus einem angekündigten Bösen kann Gutes werden, wenn sich auch nur eine kleine Anzahl gerechter Menschen in der Stadt findet.
Abraham hält Gott eine andere Perspektive entgegen. Wenn es auch nur eine Handvoll Gerechter dort gibt, ist Sodom nicht nur ein Ort der Sünde. Aber die Erzählung unterstellt, dass nicht einmal diese Wenigen aufzutreiben sind.
Warum würde die Stadt sonst verwüstet?

Sodom, nun in einem Atemzug genannt mit Gomorra, geht unter in einem Regen aus Schwefel und Feuer, den Gott auf die beiden Städte niedergehen lässt.

In der biblischen Erzählung geht das Helle der Vereinbarung zwischen Abraham und seinem Neffen Lot über in die Schilderung einer abgründigen Verworfenheit und ihrer bösen Folgen. Der Großmut des Patriarchen, seine Schläue und sein mutiges Dazwischentreten richten in diesem Fall nichts mehr aus. Abraham ist machtlos gegen das, was er aus der Ferne sieht:

Umlobi:
Nalapha kusuka obusisekileyo aveze isu eliba yisibusiso. Ububi obebungase benzeke buguquka bube ubuhle uma kungatholakala inani elincane-nje labalungileyo emzini. UAbhraham umvula amehlo oPhezukonke, umkhombisa isu elingaba ngcono: Uma nòma kungaba nedlanzana-nje labalungileyo abatholakalayo, iSodoma ingeze yagcina iwumuzi wezonakali. Engxoxweni kuzwakala sengathi akukwazengana ukuthola ngisho lelo dlanzana-nje. Ngabe labhujiselwani-ke iSodoma?

ISodoma esibizwa ibhanqwe neGomora isha ingqongqe emvuleni yesibabule namalangabi oPhezukonke awehlisela kuyo.

Engxoxweni esebhaybhelini ukukhanya kwesivumelwano somusa phakathi kukaAbhraham nendodana yomfowabo, uLothi, kulandelwa yinhlekelele yeziqalekiso nenzalo yazo. Ubuqhawe bomnumzana ohloniphekile, ubuhlakani bakhe kanye nokusukumela kwakhe phezulu kuphelela ezeni kulokhu. UAbhraham akanamandla okubhekana nalokhu akubukela buqama:

Sprecherin:
„Er wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land dieser Gegend und schaute, und siehe, da ging ein Rauch auf vom Lande wie der Rauch von einem Ofen.“ [1Mose 19,28.]

Oxoxayo:
„Waphenduka, wabheka eSodoma naseGomora nakulo lonke elaleso sifunda, wabona laphaya intuthu ishunqa njengentuthu eziko elikhulukazi“ [uGenesisi 19,28]

Autor:
Ernst Axel Knauf, Professor für Altes Testament und Biblische Umwelt an der Universität in Bern, findet die Anmutung von verwüsteter und verbrannter Erde in der Gegend am Toten Meer wieder, wie sie sich heute darstellt:

Umlobi:
UErnst Axel Knauf, uSolwazi eziFundweni zeThestamente eliSha nakweZezwe lezaseBhaybhelini eNyuvesi yaseBern uyicwaninga ayithole imizila yokubhujiswa nokungqongiswa komhlaba ezifundeni ezigudle uLwandle oluFile nanamuhla lokhu:

Sprecherin:
„Ein arabischer Geograph beschreibt das Gebiet zutreffend als »Hölle auf Erden«: Hier tritt das Innere der Erde, wie Asphalt und Schwefelquellen, zutage, hier quillt das lebensfeindliche Urmeer an die Oberfläche. Und dieser Kontext steht in starkem Kontrast zur tropischen Vegetation der Oasen, die das Tote Meer umgeben (Jericho, En Gedi …).“

Oxoxayo:
„USolwazi kweZezwe ongumArabhu uzichaza lezi zifundazwe ngamazwi ashaya emhlolweni, athi „YisiHogo eMhlabeni“: Lapha kusuka izibilini zomhlaba, njengetshe-nsimbi nesibabule, zichithekele obala; kuqubuka inzulu yolwandle lwesigayegaye ixhaphazele phezu kwamagagasi. Konke lokhu kwehlukene kakhulu nobuluhlaza baminyaka yonke emithonjeni esezifundeni ezigudlé uLwandle oluFile (eJerikho, eEn Gedi, …)

Autor:
Gegen diese „Hölle auf Erden“ ist kein Kraut gewachsen. Kein Wille, Böses in Gutes zu verwandeln, kann sie zu einer blühenden Landschaft machen. Sind die Geschichten darum erzählt und aufgeschrieben, weil man an ihnen sehen kann, dass es eine Urgewalt des Bösen gibt, gegen die auch Menschen guten Willens nicht ankommen?

Auf die beiden Erzählungen von segensreicher Einigung und aufrechter Intervention durch den Gesegneten folgt eine dritte Geschichte. In ihr setzt Abraham den Segen aufs Spiel, den er empfangen hat. Noch ist er nicht der Vater vieler Völker, nicht einmal ein kinderreicher Mann geworden. Seine Frau Sara hat ihm einen einzigen Sohn geboren, Isaak. An diesem Kind hängt alles. Isaak ist der Träger einer Verheißung, deren Erfüllung mit ihm beginnt und von ihm abhängt. [ 1Mose 22,17f.] Das 22. Kapitel des 1. Buches Mose beginnt mit einer unheimlichen Passage, die alles in Frage stellt, was bis hierher galt:

Umlobi:
Isiqubulo esithi „yisiHogo emhlabeni“ sithena amandla. Akukho mzamo wokuguqula ububi bube ubuhle ongakwazi ukusiguqula sibikezele amahlungu aluhlaza. Uthi lezi zingxoxo azisungulwanga zalotshelwa lokho ukuze kubonakale ukuthi kunempicabadala yesigayegaye sokonakala okungephumelela muntu nòma elungé kangakanani ukumelana nayo ayinqobe?

Lezi zingxoxo zombili zokuvumelana okumangalisayo nokulamula kobusisiweyo okwaba yimpumelelo, zelanywa ngeyesithathu. Kulena-ke uAbhraham usesifaka engozini isibusiso ayesemukelisiwe. Lokhu engakabi nguyise wezizwe eziningi; akakabi futhi nguyise wabantwana abaningi. Umkakhe uSara wamtholela indodana yayinye-nje, uYisaka, oyigugu labo. UYisaka uyindlalifa yesibusiso ukufezeka kwaso okuyoqala kuye nokwethenjelwe kuye ngaso. [uGenesisi 22,17-] Isahluko samashumi amabili nambili sikaGenesisi sivula ngendima ehlasimulisa umzimba, ekuhlanekezela konke osekwake kwaba khona:

Sprecherin:
„Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Moria und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.“

Oxoxayo:
„Emva kwalezi zigameko oPhezukonke wamlinga uAbhraham, wathi kuye: Abhraham! Waphendula wathi: Ngilapha. Wayesethi: Thatha uYisaka, indodana yakho eyodwana, eyigugu lenu, niye ezweni iMoriya ungihlabele yena ungenzele umnikelo wokushiswa ngaye entabeni engiyokukhombisa yona.“

Autor:
Nimmt Gott den Segen zurück, den er auf Abraham gelegt hat? Warum sonst könnte er verlangen, dass Abraham ihm seinen einzigen Sohn als Menschenopfer darbringt? Treibt Gott ein sadistisches Spiel mit Abraham?

Ich möchte die Erzählung gegen eine Deutung lesen, die lange Zeit großen Einfluss hatte: Nicht Abrahams Gehorsam wird geprüft, sondern seine Standhaftigkeit gegenüber einer absurden Forderung. Es geht darum, ob Abraham – wie er es vor Sodom getan hat – Gott widersteht oder ob er sich dem Gebot eines Gottes fügt.

Zwei Beobachtungen am Text stützen diese Deutung. Zum einen die Formulierung „Gott versuchte Abraham“ oder: Gott „stellte Abraham auf die Probe.“

Wie Abraham auf diese Versuchung oder Probe reagiert, daran soll sich erweisen, ob er des Segens würdig ist oder nicht. Ob Abraham also im Gehorsam gegen eine widersinnige Forderung den Segen verwirkt, den er erhalten hat, oder ob er ihn bewahrt, indem er dem Gebot eines Gottes widersteht.

– Die zweite Beobachtung: Vier Mal erscheint im Text der unbestimmte Gottesname Elohim.

Elohim kann eine Vielzahl von Göttern bezeichnen oder irgendeinen von ihnen. Im letzten Teil der Erzählung tritt an die Stelle der allgemeinen Bezeichnung ein sehr bestimmter, unverwechselbarer Gottesname: JHWH oder Adonaj.

Dessen „Engel“ ist es, der den zur Tötung bereiten Abraham vom Himmel her ruft: „Abraham! Abraham! Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts!“

Erst in dieser Passage äußert sich die Stimme jenes Gottes, der die absurde „Versuchung“ wohl nicht veranlasst hat, sie aber beenden kann. JHWH, nach jüdischer Gewohnheit ausgesprochen als Adonaj, in Luthers Übersetzung der HERR genannt, ist es, der den Vater daran hindert, den Sohn irgendeinem Gott zum Opfer zu bringen. JHWH-Adonaj, der HERR, bewahrt den Abraham durch eine Intervention im letzten Augenblick davor, den Segen, den er ihm zugesprochen hat, zu zerstören für alle Zeit. In dieser Deutung geht es um den riskierten, den aufs Äußerste gefährdeten Segen.

– Der amerikanische Autor und Komiker Woody Allen hat aus dieser erschreckenden Erzählung eine geradezu kabarettistische Szene gemacht. Trotz ihres locker-spöttischen Tones halte ich seinen Text für eine seriöse Exegese der biblischen Vorlage:

Umlobi:
Useyamephuca oPhezukonke uAbhraham lesi sibusiso abememukelisé sona? Ufunelani manje ukuthi uAbhraham amhlabele indona yakhe eyodwana amenzele ngayo umhlabelo wokushiswa? Ugila mkhuba muni oPhezukonke ngoAbhraham?

Le ngxoxo ngifuna ukuyifuna ngokungahambisani nendlela okujwayeleké ukuthi ichazwe ngayo eseyanda kakhulu: Akuvivinywa ubuqotho nokwethembeka kukaAbhraham lapha; kuvivinywa ukungazamaziseki kwakhe ebhekene nomyalelo ongasile. Kufuneka ukuthi kubonakale ukuthi uAbhraham – njengoba ake enza esemasangweni eSodoma – uyamelana na noPhezukonke noma uthobela akuqhwagwa ngokhulekelwayo.

Zimbili izizathu zokuyichaza kanje le ngxoxo: Esokuqala ngamazwi athi „oPhezukonke wamlinga uAbhraham“ okungukuthi oPhezukonke „wamvivinya uAbhraham.“

Endleleni uAbhraham aphendula ngayo kulesi silingo, kulesi sivivinyo, kuzocaca ukuthi usifanele na lesi sibusiso asemukeliswa noma cha. Ekuvumelaneni nomyalelo ongasile uyasigcona simlahlekele isibusiso asemukeliswa noma uyasigcina ngokuthi aphikisane nohlonishwayo naye amkhulekelayo.

Esesibili isizathu: Livela kane engxoxweni ibizo elingavamile loPhezukonke elithi „Elohim“.

UElohim kungaba yibizo lezithixo ngobuningi bazo noma lesithixo sisinye. Ngasemaphethelweni engxoxo kusetshenziswa esikhundleni saleli bizo elingacacisisile kahle igama eliqondile, elingedidaniswe naliphi elinye ibizo loPhezukonke: JHWH noma Adonayi.

Yisithunywa sakhe lesi esimemeza sikhuza lo Abhraham osezimisele ukubulala indodana yakhe, sithi: „Abhraham! Abhraham! Ungamthinti umfana lowo; myeke!“

Kukula mavesi lapho lizwakala khona izwi lalona oPhezukonke „ukulinga/ukuvivinya“ angaphathelene nakho, okunguyena okuqedayo. uJHWH, ngokwenqubo yenkolo yobuJuda obizo lakhe liphunyiselwa kuthiwe nguAdonayi, ngokuhumusha kukaMartin Luther okuthi yiNkosi, nguye ovimbela umuntu ukuthi njengomzali anikele umntanakhe nakunoma yisiphi isithixo. uJHWH-Adonayi, iNkosi, unqanda uAbhraham – ngokuthi angene alamule ngomzuzu wokugcina – ukuthi agcone alahlekelwe yisibusiso sakhe unomphelo. Kule ndlela esiyichaza ngayo le ngxoxo indikimba yisibusiso esisengozini yokulahleka, siyiphunyuke okokuphela.

Umlobi nomdlali ohlekisanayo waseMelika, uWoody Allen, le ndaba ehlasimulisa umzimba uyixoxa njengehlaya; nòma kunjalo ngibona sengathi ushaya emhlolweni ngencazelo yakhe:

Sprecherin:
… Und Abraham erwachte in der Mitte der Nacht und sprach zu seinem einzigen Sohn, Isaak: »Ich habe einen Traum gehabt, in dem die Stimme des Herrn sagt, dass ich meinen einzigen Sohn opfern solle. Also zieh dir deine Hosen an!«

Und Isaak zitterte und sprach: »Und was sagtest du da, als Er die ganze die Sache zur Sprache brachte? … Also, hat Er gesagt, warum er mich geopfert haben will?«.

Aber Abraham sagte: »Die Gläubigen fragen nicht. Lass uns jetzt gehen, denn morgen habe ich einen schweren Tag.«

Und Sarah, die von Abrahams Absicht hörte, wurde ärgerlich und sprach: »Weißt du denn, dass es der Herr war und nicht – sagen wir – dein Freund, der derbe Scherze liebt?« […]

Und Abraham antwortete: »Ich weiß, es war der Herr. Es war eine tiefe klangvolle, melodische Stimme. Und niemand in der ganzen Wüste kann sie so zum Dröhnen bringen.«

Und Sarah sprach: »Und du bist willens, diese sinnlose Tat auszuführen?«

Aber Abraham sagte zu ihr: »Offen gesagt, ja; denn das Wort des Herrn in Frage zu stellen, ist das Schlimmste, was jemand tun kann …«

Und also brachte er Isaak an einen gewissen Ort und bereitete sich vor, ihn zu opfern. Aber im letzten Augenblick hielt der Herr Abrahams Hand auf und sprach: »Wie konntest du solches tun?«

Und Abraham sprach: »Aber du hast doch gesagt …«

»Kümmer dich nicht darum, was ich gesagt habe«, sprach der Herr. »Hörst du auf jede verrückte Idee, die dir über den Weg läuft?«

Und Abraham schämte sich: »Äh – nicht richtig … nein.«

»Ich mache aus Spaß den Vorschlag, dass du Isaak opferst, und du rennst sofort los und tust es.«

Und Abraham fiel auf seine Knie: »Sieh doch, ich weiß nie, wann du Spaß machst.«

Und der Herr donnerte: »Kein Sinn für Humor, ich kann’s nicht glauben.«

»Aber beweist das nicht, dass ich dich liebe, wenn ich willens war, meinen einzigen Sohn deiner Laune zum Geschenk zu machen?«

Und der Herr sprach: »Das beweist, dass einige Menschen jedem Befehl folgen, ganz egal, wie kreuzdämlich er ist, solange er von einer wohlklingenden Stimme kommt.«

Und dann bat der Herr Abraham, sich etwas auszuruhen und ihn morgen wieder anzurufen.

Oxoxayo:
… UAbhraham wavuka phakathi kwamabili, wathi endodaneni yakhe, uYisaka: „Bengiphupha, ngezwa izwi leNkosi lithi kufanele indodana yami yodwana ngiyenze umhlabelo wokushiswa. Shesha, gqoka!“

UYisaka waphendula, evevezela, wathi: „Wathini-ke wena uma esho njalo? …Nguye othé kufanele ngenziwe umhlatshelo wokushiswa?“

Waphendula uAbhraham wathi: „Ikholwa alibuzi. Asihambe wena bo; silindelwe usuku olunzima!“

USara ezwa ngenhloso kaAbhraham wathukuthela, wabuza wathi: „Uqinisekile ukuthi bekuyiNkosi leyo ebikhululuma, kungesiye-nje mhlawumbe lo mngani wakho othanda ukwenza amahlaya angasile?“ […]

UAbhraham waphendula wathi: „Ngiyazi. BekuyiNkosi. Bekuyizwi elikhulu, elindondayo ngokungathi liyahlabelela. Akekho kulo lonke ugwadule lolu onembodlongo yezwi elinjalo.“

USara wathi: „Wena uyavumelana nalokho? Uzimisele ukwenza isenzo esikhohlakele kanje?”

UAbhraham wathi: “Eqinisweni lonke, yebo! Ukungabaza iNkosi isikhulumile, kungaba yisiphambeko esikhulu kabi; isono esinzima!”

Wamthatha-ke uAbhraham uYisaka, wamusa endaweni ethile lapho ayizimisele ukumenza khona umhlabelo wokushiswa. Khona lapho-nje yaphuthuma iNkosi yambamba isandla uAbhraham, yathi: „Ungakwenza kanjani-nje lokho?!“

UAbhraham wathi: „Ingani nguwe lo othé …”

“Yekela mina wena ngokuthi ngitheni! Ulalela wenze yonke imbude othuka uyizwa?”

Wathelwa ngamahloni uAbhraham: “Eh, cha, … akunjalo!”

“Kanti wena awudlaliswa yini? Ngiyazincokolela-nje, ngiyakudlalisa, ngithi yenza uYisaka umhlatshelo wokushiswa; usugijima wena usuwenza njalo ngempela?!”

Washaya phansi ngedolo uAbhraham: “Uyazi nawe, angiqondi kahle uma wenza ihlaya noma ukhuluma uqondé okuthile!”

Wathetha oPhezukonke: “Ukuncokolisana nokudlalisana awukwazi wena? Angikaze ngikuzwe okunje!”

“Akusikho kodwa ubufakazi bokuthi ngikuthanda kangakanani ukuthi bengizimisele nanokwenza indodana yami yodwana-nje umnikelo wokushiswa ngenzela ukuthokozisa wena?”

“Lokho kuwubufakazi-nje bokuthi kukhona abantu abalandela noma yimuphi umbhedo uma ushiwo yizwi elizwakala kamnandi kubo!”

INkosi yanxusa uAbhraham ukuthi acambalale, azame ukulala; amshayele ngakusasa ucingo.

Autor:
Woody Allens Formulierung „kein Sinn für Humor“ wird allerdings dem grausamen Ernst der Probe nicht gerecht. Der Abraham der Versuchungsgeschichte hat nicht zu wenig Humor, sondern zu viel an Gehorsamsbereitschaft. Das unterscheidet ihn von dem Abraham, der im Angesicht der Stadt Sodom Gott so selbstbewusst widerstanden hat. Der Patriarch ist in diesem Erzählkomplex keine in sich stimmige Persönlichkeit, er ist ein Mensch mit seinem Widerspruch.

Fünf Tage vor Karfreitag drängt sich die Erinnerung an eine andere biblische Geschichte auf, die der Passion Jesu. Durch die Jahrhunderte wurde der Tod am Kreuz auf Golgatha als Entsprechung zur Abraham-Isaak-Erzählung verstanden. Was dem Isaak beinahe geschehen wäre, das musste Jesus tatsächlich erleiden: den Tod. Und er „musste“ ihn erleiden, weil der Vater, Gott der HERR, es so wollte.

In welche Schwierigkeiten diese Deutung führt, das ist inzwischen viel besprochen worden. Zu entkommen ist ihr dennoch schwer. Denn die Übereinstimmungen scheinen auf der Hand zu liegen. Hier wie dort opfert ein Vater sein Kind. Nur, dass in der Passion Jesu kein Engel vom Himmel dem göttlichen Vater in den Arm fällt, damit er das Drama beende. Es geht nicht gut, es geht schrecklich aus.

In der alttestamentlichen Geschichte löst der Ruf „Tu ihm nichts!“ ein erlöstes Aufatmen aus. Am Karfreitag gibt es keinen Grund für ein solches Aufatmen. Der göttliche Vater lässt an seinem eigenen Sohn geschehen, was Gott von Abraham nicht verlangt hat.

Selbst wenn man das Drama des Gottessohnes Jesus als eine gesteigerte Version jenes Dramas versteht, in dessen Mitte Isaak steht, so bleibt doch am Ende zu sagen: Das Opfer überlebt seinen Tod. Der am Kreuz Gestorbene ist am Morgen des dritten Tages wieder da, lässt sich sehen und berühren, hört und spricht. Wohl trägt der Auferstandene die Spuren dessen an seinem Leib, was ihm angetan wurde.

In einem Gemälde des italienischen Künstlers Giovanni Bellini erscheint Christus als ein sehr Mitgenommener, ein Verwundeter mit trübem, verloren wirkenden Blick und nur scheu geöffneten Lippen. Aber er lebt, er ist als ein Überlebender aus dem Schrecken des gewaltsamen Todes hervorgegangen. Und mit der rechten Hand vollzieht er eine segnende Gebärde.

Ein Muslim ist es – der in Köln lebende Schriftsteller und Religionswissenschaftler Navid Kermani –, der in diesem Gemälde aus dem 15. Jahrhundert beides, Tod und Auferstehung, wiedergegeben sieht. So beschreibt Kermani die Anmutung, die das Bild für ihn hat:

Umlobi:
Umbuzo kaWoody Allens othi “Ukuncokolisana nokudlalisana awukwazi wena?” uzwakala sengathi uyaseya isimo sokuvivinywa esihlasimulisa umzimba. Lo Abhraham engxoxweni yokuvivinywa ingxaki ngaye akusikho ukuthi akasiye umuntu wamahlaya, ingxaki ngaye ukuthi ungumuntu ogijimela kakhulu ukukhonza nokujabulisa ababona bephezu kwakhe ngesikhundla. Kuyamehlukanisa lokho kulo Abhraham obhekana noPhezukonke emasangweni aseSodoma. Lo mnumzane uvela kulezi zingxoxo ngokudidayo, akaqondakalisisi njalo.

Osukwini lwesihlanu ngaphambi kukaGudi kukhumbuleka enye ingxoxo yasebhaybhelini, ingxoxo ngokuhlushwa kukaJesu. Ukufa esiphambanweni eGolgotha kujwayelwe ukukuqhathanisa nengxoxo ngoAbhraham noYisaka. Lokhu okwacishe kwamehlela uYisaka, kwafanela akuthwale akwembathe uJesu – ukufa. Kuthiwa „kwafenela“ ukuthi akuthwale akubelethe ngoba uyise, oPhezukonke, iNkosi, wayefuna kube njalo.

Ubunzima bokwamukela le ncazelo buyaziwa. Kunzima nokho ukubugwema. Ziyafana lezi zingxoxo: Kule nakuleya indoda inikela ngomntanayo. Umahluko-nje ukuthi kwekaJesu akuqhamuki sithunywa esivela ezulwini esinqanda uyise, simyekise lo mkhuba. Inhlekelele!

Engxoxweni yasethestamenteni elidala izwi elikhuzayo elithi „Myeke!“ liveza ithuba lokwehlisa amaphaphu. NgoGudi asikho isizathu salelo thuba. Uyise osezulwini wehlisela endodaneni yakhe oPhezukonke angakufunanga kuAbhraham.

Nòma le nhlekelele umntakankulunkulu, uJesu, agcina esekuyo, ingathathwa njengengxoxo enehaba yesigameko esehlela uYisaka, kuyiqiniso ukuthi: Wagcina ephunyukile, wasinda owayesongelelwe ukubulawa. Owayefelé esiphambanweni kwathi kusa ngolwesithathu wayesekhona futhi, bambona, bamphulula; uyezwa, uyakhuluma. Imivimbi namanxeba ababemlimazé wona, wayesawathwele.

Esithombeni esadwetshwa nguGiovanni Bellini waseNtaliyane, uKhristu ubonakala edumele, elimele, enamehlo ajabhile njengosangene, umlomo wakhe uvuleké okonozinyezayo. Uyaphila nokho; uphila okowedlulé olakeni lokufa okunobudlova obesabekayo. Ngesandla sakhe sokudla unika uphawu lwesibusiso.

NguNavid Kermani, umlobi wezincwadi noSolwazi kwezeNkolo owakhé eKoloni [eJalimane] ongowenkolo yobuSulumane obona kulo mdwebo wasemandulo [1400-1500] kokubili – ukufa nokuvuka. Encwadini yakhe ubhala athi uKermani ngombiko lesi sithombe asibona simnika wona:

Sprecherin:
„Nichts vergisst der Auferstandene dem Leben, nichts beschönigt er am Sterben. Umso tiefer fühlt er die Erlösung, daß er den Tod besiegt hat. Umso größer ist unsre Hoffnung: Besiegt werden kann der Tod.“ [Navid Kermani, Ungläubiges Staunen. Über das Christentum, München (C.H. Beck) 2015, 62.]

Oxoxayo:
„Akakhohlwa lutho empilweni ovuké ekufeni; akahlanekezeli anandise lutho ekufeni. Ngokunjalo ukuzwisisa kahle ukusinda, azwisise ukuthi ukunqobile ukufa. Ngokunjalo likhulu ithemba lethu: Kunganqobeka ukufa!“ [kubhala uNavid Kermani, Ungläubiges Staunen. Über das Christentum, München (C.H. Beck) 2015, 62].

Autor:
Das Helle in der großmütigen Vereinbarung, die Abram mit seinem Neffen Lot trifft, ist in den folgenden Geschichten einem Hell-Dunkel gewichen, wie es das Leben bestimmt. Was der Segen vermag, ist ebenso deutlich geworden wie die Gefährdungen, denen er ausgesetzt ist. Wenn Bellinis Segnender Christus – nach allem, was ihm zugefügt wurde – die rechte Hand hebt, wie es ihn der Maler hier tun lässt, deutet er an: Die Kraft des Segens kann selbst die Kluft des Bösen, die Hass, Zerstörung und Chaos aufreißen, überspannen.

Umlobi:
Okuhle nokumhlophe esivumelwaneni esibabazekayo uAbhram asenza noLothi, indodana yomfowabo, kufiphazwa ngamathunzi nokuhwalala ezingxoxweni ezilandela leyo – amathunzi nokuhwalala okwejwayelekile empilweni. Amandla esibusiso abonakala ngokucacile njengoba nezingozi isibusiso esihlala sibhekene nazo zibonakele. Uma uKhristu oBusisayo emdwebeni kaBellini – kuzo zonke izingqinamba asedlulé kuzo – ephakamisa isandla sakhe sokudla, ebusisa, njengoba omdwebayo emenzisa, uyakhombisa ukuthi: Amandla esibusiso akwazi ukweqa ngisho negebe lobubi eliza nenzondo nobudlova nenxushunxushu.

*uKlaus Eulenberger waseHamburg/eJalimane unguMfundisi waseLuthela osewathatha umhlalaphansi. Le nkulumo uyilobé yakhishwa eMsakazweni iNDR-Kultur ohlelweni i-”Glaubenssachen” [„EzeNkolo“] ngeSonto zingama-20.03.2016. Ihunyushelwe esiZulwini nguBheni wakwaKhumalo eBaQulusini weViyo leziKhuthali oBanjiswaneni lokuHumusha nokuBhala kabusha iBhaybheli ngesiZulu, Biblia Zuluensis.

*Klaus Eulenberger, Hamburg, evangelischer Pastor im Ruhestand, “Glaubenssachen”, NDR-Kultur, Sonntag 20.03.2016. Ins isiZulu übersetzt von Ben Khumalo-Seegelken aus dem Team von Freiwilligen zur Übersetzung und Neuschreibung der Bibel in isiZulu, Biblia Zuluensis.

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