Texte

Südafrika

Amaculo/Lieder:

Zeitungsartikel: Gerechtigkeit ist kein Traum
Zeitungsartikel: Gerechtigkeit ist kein Traum (1987)

Widerstand und Kampf

Zum Film: Goodbye Bafana - Anstöße I:

Viele kannten es nicht anders. Für sie war es, als ob alles selbstverständlich so sein sollte - ja, sie meinten, alles sei schon immer so gewesen und werde auch in Zukunft immer so bleiben, dass Menschen nach Hautfarbe sortiert, getrennt und gegeneinander ausgespielt wurden. Apartheid.

Einige hatten gelernt, Apartheid für selbstverständlich - ja für „gottgegeben" - zu halten und sie mit aller Kraft durchsetzen zu wollen - Leben auf Kosten und unter Ausschluss anderer.

Etliche dennoch hatten nicht aufgehört, sich immer wieder aufzurichten, sich aufzulehnen und das Recht auf Leben in Würde einzufordern trotz Bespitzelung, Einschüchterung, Gefangennahme oft ohne Gerichtsurteil, Demütigung, Folter, Exil, Tötung. Mit immer mehr Polizei- und militärischer Gewalt sollte ihr Schrei nach Freiheit zum Schweigen gebracht werden.

Südafrika: Meine Heimat. Im Jahr 1948, 1968, 1988. Das war die Heimstätte institutionalisierter Menschenverachtung und Entrechtung.

Der Film "Goodbye, Bafana!" nimmt uns bei der Hand und lässt uns kurz hineinschauen in den Alltag zweier Menschen damals auf beiden Seiten der Trennlinie zwischen weiß und "nicht-weiß" - oben und unten / privilegiert und entrechtet - am Kap der Guten Hoffnung vor nicht allzu langer Zeit. Er hält uns aber zugleich einen Spiegel vor.

Der Ausschnitt, den wir gleich sehen werden, zieht uns direkt in das Geschehen hinein und lässt uns miterleben, wie im Namen von Gesetz und Ordnung Recht mit Füßen getreten und Menschen zu Nicht-Menschen degradiert und misshandelt wurden - vor unseren Augen!

Ben Khumalo-Seegelken, Predigt I:
Kino-Gottesdienst zum Film "Goodbye Bafana"
16. November 2008, Garnisonkirche Oldenburg
www.benkhumalo-seegelken.de

Zum Film: Goodbye Bafana - Anstöße II:

Die einen und die anderen:
Kapstadt. Robben Island. Damals.
Oldenburg. Blankenburg. Heute.
Die einen und die anderen:

Gesetz und Ordnung.

Ausgrenzung und Entrechtung den einen;
Grundrechte und menschenrechtsgerechtes Leben den andern.

Passkontrolle, Duldung, ständige Einschüchterung - den einen;
uns anderen natürlich nicht!

Kapstadt/Robben Island damals. Oldenburg/ Blankenburg heute.
Wie sehr wir uns ähneln!

Die Frage gibt mir keine Ruhe: Wie kommt es eigentlich dazu, dass ein Mensch überhaupt sich anschickt, einen andern herabwürdigen und gar verfolgen zu dürfen- dass eine Gesellschaft sich nach und nach selbstverständlich dadurch definiert, dass sie andere ausschließt - andere entmenschlicht? Noch mehr quält mich die Frage: Wie kommt es dazu, dass wir Menschen es gar für in Ordnung halten, Mitmenschen unmenschlich zu behandeln? Wo und wie fängt so was - Apartheid - an? Bin vielleicht auch ich gar einer, dem es mittlerweile nicht einmal mehr bewusst ist, dass er andere entwürdigt, ausgrenzt und ausbeutet?

Die Kinder von damals in unserm Filmausschnitt - die schwarzen und die weißen - sind heute Erwachsene in einem Südafrika, das seit bald 15 Jahren einen neuen Weg einzuschlagen versucht und Apartheid hinter sich zu lassen.

Ob auch wir nach dem heutigen Kino-Abend die Kinder von damals einholen und mit ihnen zusammen in eine Zukunft gehen können, in der die alte Weisheit dann auch wahr ist für uns heute? - die Lebensweisheit von ubuntu - der alte Satz: Umuntu ngumuntu ngabantu! Ich bin Mensch, weil wir Menschen sind, da wir Menschen sind, also bin ich Mensch! In Kapstadt, in Mississippi, in Oldenburg, in Blankenburg - heute!

Ben Khumalo-Seegelken, Predigt II:
Kino-Gottesdienst zum Film "Goodbye Bafana"
16. November 2008, Garnisonkirche Oldenburg
www.benkhumalo-seegelken.de

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"KwaMachanca" = "Wo die Antilope selbst am helllichten Tage angstfrei und sorglos grasen kann" / "KwaMpunz'edl'emini!"