Platin Lieferkettenverantwortung Speakers‘ Tour 2016

Diskussionsveranstaltung, Ausstellungen und Filmvorführungen
mit Gästen aus Südafrika und VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft

BASF und das Massaker von Marikana
Wie weit reicht die Lieferkettenverantwortung der deutschen Industrie?

Es endet in der Produktion von Fahrzeugkatalysatoren in deutschen, US- amerikanischen oder japanischen Fabrikanlagen und es beginnt in südafrikanischen Minen: Im „Platingürtel“, nördlich von Johannesburg, lagern etwa 80 Prozent des weltweiten Platin-Vorkommens. Platin ist heute das wertvollste Edelmetall der Welt und Deutschland ist nach den USA dessen zweitgrößter Importeur.

Die MinenarbeiterInnen, die diesen Rohstoff abbauen, leben oft unter sehr schlechten Bedingungen in informellen Siedlungen in der Nähe der Mine, ohne fließendes Wasser und ohne Elektrizität. Im Jahr 2012 streikten etwa 3.000 Bergleute für höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen. 34 Minenarbeiter wurden dabei von der südafrikanischen Polizei erschossen. Die staatliche Untersuchungskommission gab dem Minenbetreiber, dem britischen Unternehmen Lonmin, Mitschuld an dem Massaker. Einer der Hauptkunden Lonmins ist die BASF, der weltgrößte Chemiekonzern und Hersteller von Fahrzeugkatalysatoren. Das Unternehmen verpflichtet sich offiziell nach seinem Code of Conduct und behauptet seiner Verantwortung in der Lieferkettenprüfung gerecht zu sein. Zu einer ersten Stellungnahme von BASF zu dem Massaker und den menschenunwürdigen Lebensbedingungen der Menschen in Marikana kam es erst auf Drängen von Bischof Seoka, einer der Repräsentanten der MinenarbeiterInnen von Marikana, bei der Hauptversammlung von BASF 2015.  Aus der Distanz sei es schwierig zu urteilen, hieß es damals. Folgen nun, nachdem der staatliche Untersuchungsbericht veröffentlicht ist, konkrete Taten?

Die Veranstaltungen informieren und erarbeiten kritisches Wissen über Nord-Süd-Hierarchien in der Platin-Verwertungskette. Thematische Schwerpunkte sind die Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort, die Identifizierung von Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette, die Forderungen der Witwen nach Entschädigung sowie die Diskussion um die Reichweite von Unternehmensverantwortung, politischen Handlungsansätzen und Wegen zur Durchsetzung einer gerechten Rohstoffpolitik mit verpflichtenden Regeln für Unternehmen.
Bischof Johannes Seoka (Bench-Marks Foundation), Ntombizolile Mosebetsane und
Agnes Makopano Thelejane für die Witwen der Opfer von Marikana, Nomarussia
Bonase und Judy Seidman von der Khulumani Support Group fordern BASF auf, endlich seinen Versprechungen gerecht zu werden und Verantwortung zu übernehmen.

Ein Projekt der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA in Kooperation mit Maren Grimm und Jakob Krameritsch, der Khulumani Support Group, Bench-Marks Foundation, den Kritischen AktionärInnen Deutschlands, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Brot für die Welt, AfricAvenir, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt KDA, SOLIFONDS, KEESA, kulturen in bewegung und dem Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung.

Mittwoch, 20. April 2016, 18 Uhr
Plough Back the Money
Die Hinterbliebenen des Massakers von Marikana fordern Restitution
Eröffnung der Ausstellung: Eine Ausstellung zu den Konsequenzen europäischer Rohstoffpolitik (bis 30. Mai).
Ort: ÖGB, Johann-Böhm-Platz 1, Wien

Donnerstag, 21. April 2016, 17 Uhr
Reden ist Silber – Handeln ist Platin
Platinabbau in Südafrika und die Lieferkettenverantwortung der deutschen Industrie
Diskussionsveranstaltung, Simultanübersetzung Englisch/ Deutsch
Ort: Denkerei, Oranienplatz 2, Berlin

Freitag, 22. April 2016, 18:30 Uhr
Film: Miners Shot Down
Filmvorführung und anschließendes Publikumsgespräch u.a. mit den Witwen der erschossenen Bergarbeiter
Ort: Kino Moviemento, Berlin

Sonntag, 24. April 2016, 17 Uhr
Film: Miners Shot Down
Filmvorführung und anschließendes Publikumsgespräch u.a. mit den Witwen der erschossenen Bergarbeiter
Ort: Kino Hackesche Höfe Berlin

Dienstag, 26. April 2016, 19 Uhr
Film: Miners Shot Down
Filmvorführung und anschließendes Publikumsgespräch u.a. mit den Witwen der erschossenen Bergarbeiter
Ort: Shedhalle Zürich

Mittwoch, 27. April 2016, 19 Uhr
Entlang der Wertschöpfungskette: Südafrikanisches Platin in der deutschen Industrie. Was hat BASF mit dem Massaker von Marikana zu tun?
Diskussionsveranstaltung,
Ort: Haus der Kirche, M 1, 1a, Mannheim

20. April bis 11. Mai 2016
Ausstellung: „Wir werden uns Gehör verschaffen“ Die Witwen von Marikana kämpfen für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung
Aufarbeitung der Geschehnisse: Die Bodymaps der Witwen von Marikana.
Ort: Haus der Kirche, M 1, 1a, Mannheim

Gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit BMZ

Simone Knapp

Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA
Ecumenical Service on Southern Africa
Im Welthaus Heidelberg | Willy-Brandt-Platz 5 | 69115 Heidelberg
Tel: +49 (0)6221-4333612 | Fax: +49 (0)6221-4333629
simone.knapp@kasa.de
www.kasa.de

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