Ruth Weiss: Die LÖWS

Die fünf Romane „Die Löws“

erzählen die Geschichte einer jüdischen Familie in Deutschland vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis ins 21. Jahrhundert. Dabei dient die allgemeine Geschichte der Juden in Deutschland und Europa als Hintergrund, wie etwa das Chmelnyzkyi-Pogrom 1648, die Judenvertreibung aus Wien 1670, aber auch die Bestrebungen nach Integration und Gleichberechtigung.

Die fünf Romane sind jeweils eigenständige Werke, die aber eng miteinander verwoben sind. Es entsteht ein detailreiches, spannendes und lehrreiches Panorama der Geschichte des Verhältnisses von Christen und Juden in Deutschland.

Band I:

„Der Judenweg“ und „Die Nottaufe“

ISBN 978-3-95518-025-6

Band 2:

„Aufstieg“ und „Schwere Prüfung“

ISBN 978-3-95518-026-3

Band 3:

„Nachspiel“

ISBN 978-3-95518-027-0

© VAT Verlag André Thiele, 2014

www.vat-mainz.de

2 Kommentare zu diesem Artikel bisher »

Kommentare zu »Ruth Weiss: Die LÖWS«

  1. Liebe Ruth,

    „… trauerten innerlich bereits alle auch um Esther und Daniel.“ Vorerst so weit.

    „ … nicht aus purer Menschenliebe, sondern …“ [13], „Den vielleicht noch Lebenden musste geholfen werden.“ [40] – treffende Feststellungen und aus schweren Heimsuchungen gewonnenes Wissen und Lebensweisheit. Morgen lese ich weiter.

    Wenn mir ein bisher unentdeckt gebliebener Flüchtigkeitsfehler auffällt, notiere ich sie mir und teile dir diese am Schluss meiner Lektüre mit, damit du sie später eventuell berücksichtigen könntest. Die ersten Drei kann ich dir schon jetzt durchgeben: Seite 14, 9. Zeile von oben soll heißen „Während der … …“; Seite 19, 16. Zeile von unten soll heißen „um seine Lust zu befriedigen.“; Seite 23, 9. Zeile von oben soll höchstwahrscheinlich heißen „ … bestraft worden wären.“

    Ich wünsche dir einen angenehmen Abend und grüße dich auch von Ubbo herzlich.

    Ben.
    30.12.2014 18:07

  2. Liebe Ruth,

    in der Tat konnte Daniel „mit allem, was erreich hatte, zufrieden sein“! Ich danke dir für diese vielschichtige und mitreißende Erzählung.

    „Der Judenweg“ hat mich in eine ferne Welt nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges geführt und mich Begebenheiten, Unabwägbarkeiten und Glücksmomente vor Augen geführt, einige von denen selbst mir doch fast vertraut vorkommen – so vertraut sind. Hören wollte ich fast jeden Satz dieses ausdruckstarken Werkes; alleine mit den Augen hätte ich nur einen Teil der Sprachschatz erfassen können. Laut vor mich hin habe ich jeden Satz gelesen: ein Genuss!

    Einige Ausdrücke, Erkenntnisse und Weisheiten aus diesem Teil des Romans, die bei mir hängen geblieben sind und die ich gerne und oft auf der Zunge zergehen und wiederholt durch den Kopf gehen lassen möchte, sind: „Wenn ein Goj etwas angestellt hatte, sagten sie `der Verbrecher´. War es ein Jude, sprach man nur noch von `dem Jud´, und sofort wurden alle mit hineingezogen.“ (60); „benahm sich, als wäre nichts geschehen.“ (67); „wusste, wie man sich blind und taub stellte.“ (70); „Die Bauern hatten ihre Wut auf die Obrigkeit an den Juden ausgelassen“ (72); „Ein Jude war ein Jude.“ (74); „wenn sie unehrlich waren, schadete es allen Juden.“ (73); „…Mönche. Vor denen hatte sie ohnehin Angst!“ (78); „Aber: War die Sklaverei wirklich beendet?“ (81); „War ein Wunder geschehen?“ (83);“erhob zitternd seine Stimme zum Gebet, als ob nichts vorgefallen wäre.“ (84); „Eine Judensiedlung war eine nicht zu verachtende Geldquelle“ (136); „Nein, Daniel bereute seine Entscheidung nicht, sich an dieser Gesellschaft zu rächen.“ (138); „Verwegene, verbotene Träume.“ (140); „ … das war Sitte.“ (141); „ … können nun heirate, weil sie einen Wohnsitz haben.“ (142); „ … alles mit Verstand angehen … Auch das ganefen.“ (144); „ … der erste Raum, in dem er mit seiner Frau und den Kindern zusammenleben konnte.“ (148); „ … einigten sich darauf, niemals zu töten, sondern lieber sich selber töten zu lassen“ (148); „außerhalb des Gesetzes zu leben“ (154); „Instrumente der Ordnung: Pranger, Peitsche, Kerker und Galgen.“ (155); „Warum schauen sich die Reichen Bilder vom Elend der Armen an?“ (156); „Sein Sohn, schwor er sich, sollte niemals gedemütigt und einfach beiseitegeschoben werden.“ (160); „die zunehmenden Forderungen der Obrigkeit.“ (163); „Es gab zu viele Grenzen.“ (164): „sind ja schon neue Jüdlein auf dem Weg“ (164); „Hoffaktor“ (164); „Hofjude“ (164); „Hoffaktoren ebenso wie jüdische Ärzte oder Hofnarren für Herrscher unentbehrlich geworden.“ (164): „Mode und Liebe waren die wichtigsten Themen der feinen Damen.“ (175); „Dazu km die Kinderlosigkeit.“ (175); „hätte bekannt werden lassen, … wegen ihrer Kinderlosigkeit … Aufenthalt am Meer empfohlen …“ (176); „näherten sich einander wie nur Liebende es verstehen, und erlebten Stunden der Glückseligkeit.“ (177); „er benahm sich anders als sonst“ (177); „zum ersten Mal mit der Welt versöhnt“ (177); „seinen Sohn, dem er sich nie zu erkennen geben würde. Für den er nur aus der Ferne sorgen konnte.“ (188); „Umschlagplatz für Nachrichten.“ (191); „wie alle Münzjuden. Du weißt schon, was sagen –„ (193); „Tod oder Konversion“ (202); „Keine war aus Faulheit Bettler geworden“ (203); „Stolz sagte sich Daniel, dass er aus freier Wahl zum Räuber geworden war.“ (203); „Ja, stehlen war verboten, doch stahlen die anderen den Juden nicht die Möglichkeit, anständig zu leben?“ (203); „hatte zu viele feindliche Augen auf sich gerichtet, um sich Fehler leisten zu können.“ (204); „ein Ehrenwort sei ein Wort, selbst unter Ganoven.“ (205); „Die Hofjuden müssten über jeden Verdacht erhaben sein! Sie garantierten das Leben der übrigen Juden im Land.“ (205); „keinem Herrscher zu trauen“ (205); „Reichtum [sich] über Nacht in Armut verwandeln [kann]“ (206); „es brauchte nur einen heuen Herrscher geben … … dann wäre es um sie geschehen.“ (209); „wenigstens einmal seinen Sohn zu sehen.“ (209); „In dem Steinewerfer hatte er Simon erkannt, seinen Sohn.“ (210); „Ein Saujud“ (211); „Obrigkeit und Kirche würden das Vergehen einer Christin und eines Juden nicht verjähren lassen.“ (211); „`So wie mit den Schwalben?´“ … „`Ja, genau wie mit den Schwalben´“ (211/212); „Wir werden nur geduldet, wenn wir gebraucht werden“ (214); „am Hintereingang“ (215); „wie so oft … brach er die strenge Regel“ (216); „so mag Gott seine Sünden verzeihen, ich kann es nicht.“ (218); „mithilfe meines verehrten Beichtvaters“ (219); „Dieser Hochwohlgeborene war ein niederträchtiges Schwein.“ (219); „… wir wissen, derartige Stücke finden oft den Weg zum Jud.“ (221); „Ich werde mein Bestes tun.“ (222); „`…du … Daniel?´“ (222); „Als Hofjude unterlag er nicht den Einschränkungen anderer Juden“ (223); „Für den Juden … stand der Graf nicht auf“ (224); „… auf dem Totenbett gebeichtet.“ (226); „Mein Geldjud beschafft mir, was ich brauche“ (228); „… mit allem, was er erreicht hatte, zufrieden“ (229).

    „Schnorrer“, der „Schabbes“, der „Tate“, die Mame“, das „Alef-Bet“, „baldowern“, die „Kehille“, der „Kelef“, die „Mischpoche“, der „Ganef“, die „Masemate“, der „Schlemihl“, der „Cochem“, … – ohne dein Glossar (449-451) hätte ich die meisten nicht mehr erraten können. Danke auch hierfür.

    Du schreibst: „wo er Wache zu stehen hatte.“ (145) und „… an der Kirche Wache gestanden.“ (146); „… Schmiere gestanden“ hätte ich auch verstanden! 

    Ein Flüchtigkeitsfehler war hier und dort unentdeckt geblieben: Seite 142, 7. Zeile von unten, soll wahrscheinlich „Es musste …“ heißen; Seite 163, 12. bis 13. Zeile von oben, soll wahrscheinlich „wobei eine kranke Frau vor Erschöpfung liegen geblieben war“ heißen; Seite 163, 5. Zeile von unten, soll wahrscheinlich „sich über hohe Steuerforderungen Gedanken zu machen“ oder „sich über die hohen Steuerforderungen Gedanken zu machen“ heißen; Seite 206, 3./4. Zeile von oben, soll wahrscheinlich „aufwändig“ heißen.

    Ich lese gleich weiter: „Die Nottaufe“!

    Einen angenehmen Tag wünsche ich dir und grüße dich auch von Ubbo herzlich.

    Ben.
    16.01.2015 07:07

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